c't 19/2017
S. 20
News
IFA 2017

Ambilight-TV mit OLED oder Quantenpunkten

Philips optimiert die Farben seiner LCD-TVs der 8602-Serie jetzt mit Quantenpunkten.

Die Farben in den LCD-TVs der Serie 8602 von Philips werden ab sofort mit Quantenpunkten im Backlight optimiert. Seinem OLED-Fernseher aus der Serie 9 stellt Philips ein 65-zölliges Modell zur Seite. Sowohl das OLED- als auch die beiden LCD-TVs nutzen Android TV als Betriebssystem und können kontraststarkes HDR10 wiedergeben. Die LCD-TVs sollen eine Spitzenleuchtdichte von 1100 cd/m2 erreichen und den DCI-P3-Farbraum zu 98 Prozent abdecken. Für den rahmenlosen OLED-Fernseher nennt Philips eine Spitzenhelligkeit von 900 cd/m2 – für organische Displays ein ungewöhnlich hoher Wert.

Für den besseren Ton hat der Hersteller Lautsprecher unter dem Display (LCD-TVs) beziehungsweise im Standfuß (OLED-TV) untergebracht. Alle drei nutzen die Philips-eigene Rundumbeleuchtung, jeweils als dreiseitiges Ambilight. Die LCD-TVs aus der 8602er-Reihe sollen ab Oktober (55 Zoll) beziehungsweise ab November (65 Zoll) erhältlich sein, das 65-zöllige OLED-TV ist für das erste Quartal 2018 angekündigt. Preise nennt Philips noch nicht. (uk@ct.de)

Philips: Halle 22

Soundbar für Dolby Atmos

Sonys Soundbar HT-ST5000 beherrscht Dolby-Atmos und gibt virtuelle Geräusche von der Decke wieder.

In Sachen 3D-Sound, bei dem zusätzlich zum üblichen 5.1- oder 7.1-kanaligen Raumklang auf Ohrhöhe auch Geräusche aus Lautsprechern (oder virtuell) von der Decke kommen, war Sony kein Vorreiter: Erst im Frühjahr 2017 brachte das Unternehmen mit dem Modell STR-DN1080 seinen ersten AV-Receiver mit Unterstützung für Dolby Atmos und DTS:X auf den deutschen Markt. Nun will der Konzern aber Gas geben: mit einer Dolby-Atmos-zertifizierten Soundbar samt kabellos verbundenem Subwoofer, die mittels Direkt- und Reflexionsschall die Zuschauer mit einem 7.1.2-Sound umhüllt. Die HT-ST5000 genannte Soundbar unterstützt hochauflösendes Audio (Hi-Res Audio), das Streaming über den Musikdienst Spotify und von anderen Geräten per Bluetooth und integriertem Chromecast. Damit dürfte es zum Vorzeigeobjekt von Sony auf der IFA werden.

In einem kurzen Probelauf im c’t-Labor gab die laut Liste rund 1500 Euro teure HT-ST5000 Dolby-Atmos-Aufnahmen mit einer breiten Stereofront und klar vernehmbaren Sound von der Decke wieder. Wie von Sony versprochen, ließ sich dabei auch zwischen dem linken und rechten Höhenkanal unterscheiden. An Atmos-Systeme mit vier Deckenlautsprechern kommt die Lösung erwartungsgemäß aber nicht heran. Der Rundumklang aus dem Rückraum bei der HT-ST5000 hängt sehr stark vom Hörraum ab: Werden Schallwellen beispielsweise durch einen schweren Vorhang geschluckt, entsteht hinten schnell ein „akustisches Loch“.

Überraschenderweise unterstützt die Soundbar keinen DTS-Ton – und zwar weder die 3D-Version DTS:X noch den Grund-Codec. Da (UHD-)Blu-ray-Player das Grundformat dekodieren und als Mehrkanal-PCM-Ton über HDMI weitergeben können, erhält man bei der Wiedergabe von DTS-Spuren üblicherweise dennoch Mehrkanal-Ton. Apropos HDMI: Die HT-ST5000 hat drei HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang mit Audio Return Channel (ARC), über die sich auch 4K-Signale mit Schnittstellenschutz HDCP 2.2 leiten lassen. High-Resolution-Audiodateien lassen sich über den integrierten USB-Port direkt vom Stick wiedergeben. (nij@ct.de)

Sony: Halle 20, Stand 101

LG setzt auf Dolby Vision

UHD-Fernseher, die Videobilder im dynamischen HDR-Format Dolby Vision wiedergeben können, hat LG Electronics bereits seit einiger Zeit im Sortiment. Mitte August veröffentlichte der Konzern auch das passende Firmware-Update für seinen ersten UHD-Blu-ray-Player UP970. Auf der IFA dürfte der LG-Player auch bei anderen Ausstellern zum Einsatz kommen. So will Yamaha mit Dolby und LG auf der IFA ein perfekt ausgestattetes Heimkino mit einem Dolby-Atmos-Soundsystem mit 7.2.4 Kanälen präsentieren. Für das passende Bild sorgt ein 86-Zoll-Bildschirm von LG mit Dolby Vision. (nij@ct.de)

LG: Halle 18, Stand 101

Yamaha: Halle 1.2, Stand 101

Gaming-Displays von LG

LGs 32-Zoll-Displays sollen Wiederholraten von 165 Hz erreichen.

Die VA-Panels der beiden neuen 32-Zoll-Displays von LG frischen ihre 2560 × 1440 Pixel bis zu 144 Mal pro Sekunde auf. Per Übertaktungsfunktion sollen 165 Hz möglich sein. Damit das Bild nicht ruckelt oder zerreißt, können sie ihre Bildwiederholrate dynamisch an die Grafikkartenausgabe anpassen: Der LG 32GK850G unterstützt Nvidias G-Sync, der 32GK850F AMDs FreeSync – in welchen Frequenzbereichen, verrät LG nicht. „Dynamic Action Sync“ verringert zudem die Latenz.

Beide Monitore können HDR-Bilder wiedergeben (High Dynamic Range) und sollen so einen besonders hohen Dynamikumfang erreichen. Das ist bei einer maximalen Helligkeit von 350 cd/m2 allerdings nur begrenzt möglich. LEDs an der Gehäuserückseite beleuchten wie bei Philips’ Ambilight die Wand hinter dem Monitor farblich passend zum Bildschirminhalt.

Der 27-Zöller LG 27GK750F zeigt 1920 × 1080 Pixel, taktet mit bis zu 240 Hz und nutzt AMDs FreeSync. Ein Blinking Backlight soll Bewegungsunschärfen in Spielen reduzieren. LG will die Gaming-Monitore im Januar 2018 in Deutschland anbieten, die Preise stehen noch nicht fest. (bkr@ct.de)

LG: Halle 18, Stand 101

Preiswerte VR-Brillen

Das „Windows Mixed Reality“-Headset von Acer hat die Raumtracker eingebaut, funktioniert aber ansonsten wie eine herkömmliche VR-Brille.

Auf der IFA wird man aller Voraussicht nach die ersten fertigen „Windows Mixed Reality“-Headsets ausprobieren können. Bei den Headsets handelt es sich um preiswerte Virtual-Reality-Brillen, die man wie Oculus Rift oder HTC Vive an einen leistungsstarken Gaming-PC anschließen muss.

Anders als die Rift und die Vive orientieren sich die Microsoft-Headsets im Raum über eine in der Brille integrierte Kamera; externe Tracker benötig man nicht. Das funktioniert ordentlich – jedenfalls wenn man keine Hand-Controller verwendet: Diese werden prinzipbedingt mit Microsofts „Inside-Out“-Tracking nur erkannt, solange sie sich innerhalb des Kamera-Sichtfelds befinden.

Acer (und womöglich auch Dell, Lenovo und HP) präsentieren ihre Versionen des Windows-Headset auf der IFA. Die Entwickler-Edition des Microsoft-Headsets kostet in der Variante von Acer 300 US-Dollar, ein europäischer Preis steht noch nicht fest. Zum Vergleich: Oculus Rift kostet zurzeit inklusive Hand-Controllern 450 Euro, ein komplettes HTC-Vive-System 700 Euro; der leistungsstarke PC kommt bei allen Systemen oben drauf. (jkj@ct.de)

Acer: Halle 12, Stand 107

Multi-Zellen-WLAN

Netgears Orbi SRK60 spannt in Firmen ohne LAN-Backbone drei logisch getrennte WLANs über mehrere Basen auf.

Netgear war auf der IFA 2016 mit Orbi der Pionier bei WLAN-Verteilern, die größere Gebäude trotz fehlender LAN-Infrastruktur abdecken können. Nun bringt das Unternehmen mit Orbi Pro sein erstes System für kleine Firmen und Selbstständige heraus. Anderen WLAN-Verteilern hat die große Orbi-Variante RBK50 ein separates, besonders flottes WLAN-Modul für das Funk-Backbone (Verteilernetz) voraus, was den Durchsatz erhöht.

Orbi Pro führt Multi-SSID-Betrieb mit drei logisch getrennten WLANs ein, die man etwa für Praxis oder Kanzlei, Gäste und Privat nutzen und so gesetzliche Anforderungen zur Datentrennung erfüllen kann. Die übrigen technischen Daten entsprechen dem in c’t 1/17 getesteten Orbi RBK50; Orbi Pro ist aber nicht dazu kompatibel. Ob Orbi Pro mehr als 3 SSIDs unterstützt, ob man diese auch in VLANs leiten kann und was das Kit SRK60 kostet, will Netgear auf der Messe verraten. (ea@ct.de)

Netgear: Halle 3.2, Stand 202

Fritzbox und Mesh-OS

AVM zeigt die Fritzbox 6890 LTE und frischt sein Router-Betriebssystem Fritz!OS auf Version 6.90 auf.

Erstmals stattet AVM bei der Fritzbox 6890 LTE einen Router ab Werk mit zwei Internetzugängen aus. Standardmäßig baut diese Box die Verbindung über ihr xDSL-Modem auf, das laut Hersteller bis zu 300 MBit/s im Downstream schafft (SuperVectoring 35b). Fällt DSL aus und ist das LTE/UMTS-Modem konfiguriert, schaltet die Box automatisch auf den Mobilfunk um (Failover). Dort erreicht sie ebenfalls maximal 300 MBit/s (LTE CAT6).

Die sonstige Ausstattung entspricht der Fritzbox 7590 (siehe Test in c’t 15/17). Sobald DSL wieder funktioniert, wechselt die 6890 LTE darauf zurück. Sie eignet sich damit besonders für Kunden, die eine hochstabile Internetverbindung brauchen. Anders als der Speedport-Hybrid-Router der Telekom kann die 6890 LTE aber nicht beide Wege gleichzeitig nutzen, um den Durchsatz zu steigern.

Zur IFA will AVM die nächste Hauptversion seines Router-Betriebssystems fertig haben. Fritz!OS 6.90 bringt als große Neuerung AVMs „WLAN-Mesh“, das die Verknüpfung von Fritzboxen mit Repeatern verbessert. Es soll noch im September für die Fritzboxen 7590, 7580, 7560, 7490, aktuelle Repeater und die Fritz-Powerline/WLAN-Adapter erscheinen. (ea@ct.de)

AVM: Halle 17, Stand 109

WLAN übers Stromnetz

Devolo nutzt bei seinen Adaptern das Stromnetz als Backbone für ein verteiltes WLAN.

Manchmal haben reine WLAN-Verteiler wie Netgears Orbi wegen dicker Wände schlechte Karten. Dann kann Datenübertragung übers Stromnetz (Powerline) ein besseres Backbone zur Verknüpfung der Verteilerknoten sein. Devolo hat übergreifende Konfiguration mehrerer WLAN-Basen mit seiner Wifi-Move-Technik schon länger im Angebot. Im Oktober will der Aachener Hersteller seine Adapter dLAN-1200+ Wifi per kostenlosem Firmware-Upgrade mit „Smart Wifi“ ausstatten. Es bringt verbessertes Roaming (glatterer Wechsel der Clients zwischen den WLAN-Basen) sowie Airtime Fairness und Band Steering. Ersteres bremst langsame Clients ein wenig aus, damit die schnellen nicht verhungern. Letzteres leitet dualbandfähige Clients bevorzugt ins 5-GHz-Band. Beides steigert den Summendurchsatz in der Funkzelle. (ea@ct.de)

Devolo: Halle 6.2, Stand 129

Bosch Smart Home mit Sprachsteuerung

Die Sicherheitskameras von Bosch lassen sich jetzt per App steuern.

Bosch erweitert sein Smart-Home-System um weitere Hardware und eine Sprachsteuerungsoption über Alexa. Die bisher nur autark arbeitenden Sicherheitskameras 360° und Eye sollen sich über die Bosch-Smart-Home-App steuern lassen und als Trigger-Ereignis Aktionen auslösen können. Ebenfalls integriert werden vernetzte Haushaltsgeräte der Bosch-Siemens-Hausgeräte-Gruppe, die nach dem Home-Connect-Standard arbeiten. Erhältlich sind bisher Waschmaschinen, Trockner und Spülmaschinen, die ihren Betriebszustand über die Smart-Home-App anzeigen.

Der Universalschalter lässt sich in ausgewählte Unterputz-Programme integrieren oder in der Flex-Variante als Fernbedienung auf den Tisch legen.

Damit man die Smart-Home-Komponenten nicht nur per App steuern kann, stehen mit dem Vierfach-Universalschalter für 50 Euro und dem als Fernbedienung ausgelegten Universalschalter Flex für 60 Euro zwei neue Aktoren zur Wahl. Die vier Taster der Schalter zur Licht- und Rollladensteuerung lassen sich mit beliebigen Funktionen hinterlegen und können sowohl Einzelaktionen als auch komplette Szenarien auslösen. (sha@ct.de)

Bosch: Halle 3.1, Stand 101

Smartwatches von Diesel und Fitbit

Die Diesel T-ON-I läuft mit Android Wear 2.0, nutzt eine Snapdragon-Wear-2100-CPU und hat diverse Fitness-Funktionen eingebaut.

Mit der Diesel T-ON-I stellt die Fossil-Gruppe auf der IFA eine Smartwatch mit runden Display, also ohne den unten abgeflachten und geschwärzten Anzeigebereich vor. Beim Display handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein OLED. Mit 48 × 55 mm ist die Uhr nicht gerade zierlich.

Die T-ON-I nutzt dank aktuellem Android-Wear in der Version 2.0 den Google Assistant. Sie wird per Bluetooth 4.1 (BT Low Energy) mit Android-Smartphones ab Version 4.4 gekoppelt und kann deren Musikwiedergabe steuern sowie Benachrichtigungen anzeigen. Mit iPhones ab iOS 8.2 Uhr lässt sich die Diesel-Uhr mit eingeschränktem Funktionsumfang nutzen. Angetrieben wird die T-ON-I von Qualcomms aktueller Plattform Snapdragon Wear 2100. Die Akkulaufzeit beziffert Diesel mit 24 Stunden, danach muss die Uhr ans Drahtlosladegerät. Die T-ON-I soll in Schwarz und Gold sowie mit Metall- und Lederarmbändern ab September erhältlich sein. Sie kostet je nach Band zwischen 350 und 370 Euro und ist ab dem 25. September erhältlich.

Fitbit zählt zu den Pionieren bei Fitness-Trackern. Nun stellt das Unternehmen mit der Ionic seinen ersten Tracker mit Smartwatch-Funktion vor. Die Ionic zählt unter anderem Schritte und misst die Pulsfrequenz und die Schlafqualität. Per eingebautem GPS-Empfänger und 2,5 GByte Flash-Speicher kann sie auch ohne Smartphone Läufe aufzeichnen und dabei Musik abspielen.

Die Ionic unterstützt Apps, Watchfaces und hat ein offenes SDK, mit dem Drittanbieter eigene Apps entwickeln können. Das boten bislang nur Uhren der Firma Pebble, die Fitbit vor einer Zeit aufgekauft hat. Außerdem soll die Ionic mit einer Akkuladung vier Tage durchhalten – ein Wert, von dem Besitzer einer Android-Smartwatch oder der Apple Watch nur träumen. Die Ionic soll im Oktober für 350 Euro in den Handel kommen. (spo@ct.de)

Fossil: Halle 4.2, Stand 216

Fitbit: Halle 4.2, Stand 213

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