c't 2/2017
S. 172
Hintergrund
Analysiert: PS3-Emulator
Aufmacherbild

Werbung statt Spielspaß

Analysiert: PS3-Emulator als Schafspelz

Ein kostenloser Playstation-3-Emulator für den Computer verspricht Spielspaß, verfolgt in Wirklichkeit aber ein ganz anderes Ziel. Im Zuge der „Analysiert"-Serie nimmt die Malware-Analystin Olivia von Westernhagen den vermeintlichen Emulator nach allen Regeln der Kunst auseinander.

Emulatoren für die Playstation 2 – allen voran der kostenlose PCSX2 – erfreuen sich trotz einiger Einschränkungen bezüglich der Performance sowie einer begrenzten Auswahl an kompatiblen Spielen großer Beliebtheit. Anders sieht es bei Playstation-3-Emulatoren aus: Selbst das am weitesten fortgeschrittene Projekt RPCS3 steckt trotz mittlerweile fünfjähriger Entwicklungszeit noch in den Kinderschuhen. Wie ist es da möglich, dass eine Online-Suche nach „Playstation 3 Emulator“ so viele Treffer mit vollmundigen Versprechungen liefert? Da muss doch etwas faul sein.

Vorbereitungen

Meine Suche nach Antworten startet auf der Internetpräsenz playstation3emulator.net, auf welcher die Entwickler den Emulator PSeMu3 anpreisen. Gestaltung und Struktur der Webseite wirken professionell – Screenshots der grafischen Oberfläche sowie angeblich im Emulator ausgeführter Spiele steigern die Glaubwürdigkeit. Wüsste ich aufgrund meiner Erfahrungen mit RPCS3 nicht bereits, dass die auf der Startseite prangende Ankündigung, „Grand Theft Auto V“ sei mit PSeMu3 spielbar, nicht der Wahrheit entsprechen kann, würde ich glatt darauf hereinfallen. Nun gut. Ich tue einmal so, als wüsste ich dies nicht und klicke – wohlgemerkt im Schutz der virtuellen Maschine VirtualBox – auf den Download-Button.

Kommentieren

Weitere Bilder

Werbung statt Spielspaß (1 Bilder)

Ein Blick in die Export-Funktion der Programmbibliothek bitool.dll mit dem PE Explorer offenbart anhand der selbsterklärenden Funktionsnamen die Spionage-Funktionen.