c't 2/2017
S. 96
Praxis
Zweit-Windows: Snapshots
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Immer wieder frisch

VHDs mit Snapshots einfrieren

Ein Zweit-Windows für Experimente landet mit Skript-Unterstützung binnen Minuten auf der Festplatte. Hier zeigen wir Ihnen, wie der Zeitaufwand für das Restaurieren einer kaputtgespielten Installation sogar auf wenige Sekunden schrumpft.

Ein Zweit-Windows auf der Festplatte erweist sich in vielen Fällen als enorm praktisch. Der Königsweg beim Einrichten führt über die Installation in eine virtuelle Festplatte: Zum Einrichten einer solchen VHD-Datei braucht man nicht an der Partitionierung der Festplatte herumzufummeln, trotzdem läuft das alternative Betriebssystem – anders als mit einer Virtualisierungs-Software – mit voller Leistung auf echter Hardware. Dafür, dass die VHD-Datei aus der Sicht des Systems und der Anwendungen wie eine Festplatte aussieht, sorgt ein spezieller Treiber, der seit Windows 7 in Windows eingebaut ist. Der Overhead, den der Treiber bei Datenträgerzugriffen erzeugt, ist vernachlässigbar.

Außer den genannten Vorteilen eröffnet die Windows-Installation in eine VHD-Datei ein Feature, das man sonst nur von der Virtualisierung und von Schattenkopien kennt: Der aktuelle Zustand der Installation lässt sich platzsparend festhalten und später exakt wiederherstellen.

Für diese Art der Speicherung hat sich der Begriff Snapshot (Schnappschuss) eingebürgert. Technisch gesehen legt man dabei nicht etwa eine Kopie der virtuellen Festplatte an. Vielmehr stellt man ihr eine zweite, zunächst (bis auf ein paar Verwaltungsinformationen) leere Datei an die Seite. Der VHD-Treiber leitet alle Schreibzugriffe auf die virtuelle Platte in diese neue Datei um. Bei Lesezugriffen prüft er zunächst, ob der gewünschte Inhalt in der Zusatzdatei existiert; falls ja, wird er zurückgeliefert, falls nicht, kommt die Version aus der Originaldatei zum Zuge. Das Ganze funktioniert auch mehrstufig.

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