c't 2/2017
S. 29
News
Anwendungen

Fotokorrektur mit KI

Gebäude brauchen andere Pflege als Gesichter – auch im Foto: Photolemur setzt Objekt- und Szenenerkennung ein, um Bilder automatisch zu korrigieren.

Klassische Autokorrektur-Algorithmen funktionieren meist nur bei durchschnittlichen Tageslicht-Aufnahmen. Wirklich gute Fotos entstehen aber häufig unter schwierigeren Bedingungen. Viele Hersteller arbeiten deshalb an einer szenenabhängigen Fotokorrektur, die Porträts anders behandelt als Landschaftsbilder mit Sonnenuntergang.

Ein Team britischer Entwickler hat jetzt eine Desktop-Anwendung namens Photolemur für macOS und Windows entwickelt, die ebenfalls den Bildinhalt analysiert und bestimmte Objekte gezielt optimieren soll. Photolemur wurde mit Hilfe maschineller Lernverfahren auf szenenspezifische Bildbearbeitung trainiert. Darüber hinaus soll sie sich auch auf den Geschmack des Nutzers einstellen können. Die Software sorgt für lebendigere Farben, korrigiert Belichtung und Farbtemperatur, entfernt Dunst, optimiert Gesichter, Vegetation und Himmel – und berücksichtigt die Aufnahmezeit, um stimmungsvolle Farben von Farbstichen zu unterscheiden. Zum Geraderichten sucht die Software nach der Horizontlinie. Der Anwender kann mit einem Regler beeinflussen, ob die Korrektur eher kräftig oder zurückhaltender ausfallen soll. Das knapp 75 Euro teure Photolemur erscheint zunächst für macOS; Windows- und Mobilversionen sollen folgen. (atr@ct.de)

Neuer TeamDrive-Client

TeamDrive hat die Client-Software für seinen Online-Speicher in Version 4.3 veröffentlicht. Sie verschlüsselt alle Daten vor der Übertragung auf den TeamDrive-Speicher oder einen beliebigen WebDAV-Server. Dateien lassen sich nun mit wenigen Klicks freigeben. Ein neuer Eintrag im Kontextmenü gestattet es Nutzern, noch nicht synchronisierte Dateien aus dem Cloud-Speicher herunterzuladen. In den Desktop-Versionen für Windows, Linux und macOS zeigt ein Symbol jetzt zu jeder lokal vorgehaltenen Datei an, ob sie sich auf demselben Versionsstand befindet wie das in der Cloud gespeicherte Original.

TeamDrive kostet in der Starter-Variante mit 10 GByte Online-Speicher für einen Nutzer rund 70 Euro jährlich, für den Privateinsatz gibt es eine kostenlose Variante mit 2 GByte Cloud-Speicher. Neben den Clients für Windows, Linux und macOS sind auch Apps für Android und iOS erhältlich. (db@ct.de)

Tools für App-Entwurf und 3D-Rendering

Mit Adobe Experience Design entstehen Prototypen für Apps und Webseiten. Visuelle Werkzeuge verknüpfen Schaltflächen mit Zielseiten.

Im November hatte Adobe zwei neue Programme vorgestellt, eins für App- und Webseiten-Design sowie ein weiteres für vergleichsweise unkompliziertes Rendering von 3D-Modellen. Nun stehen neben den Betas für macOS auch Beta-Versionen für Windows zum Download zur Verfügung. Touch-Unterstützung für Windows 10 und die Microsoft-Surface-Produktreihe nannte Adobe als Grundvoraussetzung für das finale Release.

Adobe Experience Design CC Beta oder kurz XD verbindet Webseitenprototypen über visuelle Hilfsmittel. Werkzeuge wie „Repeat Grid“ helfen beim schnellen Layout. Prototypen lassen sich auf dem Desktop oder auf der XD Mobile App ansehen. Später sollen sich Prototypen über die Creative Cloud teilen lassen.

Die Beta von Project Felix steht für Windows 10 und OS X 10.10 zum Download zur Verfügung, allerdings nur für Kunden der Creative Cloud. Mit Project Felix lassen sich 3D-Modelle in Fotos integrieren, beispielsweise für Werbe- oder Produktaufnahmen. (akr@ct.de)

Smart forschen im Team

Mit EndNote entstehen Literaturverzeichnisse für wissenschaftliche Arbeiten. Beim Zitieren in Microsoft Word erstellt EndNote automatisch das Zitat im Text oder in der Fußnote und den Eintrag im Literaturverzeichnis. Für das gewünschte Format stehen laut Hersteller Alfasoft über 6000 bibliografische Formatvorlagen zur Verfügung. In Version X8 können bis zu 100 Anwender übers Internet gemeinsam in einer EndNote Library arbeiten. Die Bibliothek fasst beliebig viele Einträge und protokolliert alle Änderungen. Eine Suchfunktion findet Metadaten, den Volltext erfasster Dokumente, Dateianhänge und persönliche Notizen. EndNote X8 läuft unter Windows und macOS. Eine Einzellizenz lässt sich auf bis zu drei Rechnern installieren und kostet 260 Euro. (akr@ct.de)

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