c't 20/2017
S. 116
Hintergrund
Auto der Zukunft: Interieur
Aufmacherbild
Bild: Rudolf A. Blaha

Schöner wohnen auf der Straße

Renaults Traum vom rollenden Wohnzimmer

Wenn es nach den Franzosen geht, lassen wir uns 2030 in verglasten Architekturkapseln kutschieren. Das Auto wird zur mobilen Verlängerung der heimischen Immobilie.

Während für deutsche Automobilkonzerne der Motor das Herz des Autos ist, interessieren sich Franzosen nur wenig für PS-Zahlen. Kein Wunder: Wer nach Paris zum Flughafen Charles de Gaulle fliegt und von dort auf die andere Seite der Stadt zum Technocentre von Renault fährt, muss für die 60 Kilometer rund zwei bis drei Stunden einplanen. Denn die Straßen in und um Paris sind permanent verstopft. Egal wie schnell das Auto auch fahren könnte, man kommt nur im Schritttempo voran.

Diese Stautortur müssen die über 400 Designer, die Renault in seinem Pariser Technikzentrum beschäftigt, nahezu jeden Tag über sich ergehen lassen. Doch sie haben einen Traum: Das Auto der Zukunft soll automatisch durch den Stau geleiten, während sie im Innenraum entspannen. Es soll eine Verlängerung des heimischen Wohnzimmers werden, sodass der Feierabend bereits beim Einsteigen beginnt und nicht erst drei Stunden später daheim.

Diesen Traum will Renault schrittweise erfüllen: Für das Jahr 2023 ist zunächst ein Auto geplant, das elektrisch angetrieben wird, ständig online ist und auf bestimmten dafür freigegebenen Straßen autonom fahren kann. Bis 2030 soll das Auto dann schließlich direkt mit dem Eigenheim gekoppelt werden und vollständig alleine fahren.

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