c't 20/2017
S. 136
Hintergrund
Digitalradio DAB+
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Bild: Bundesmux-Abdeckung (digitalradio.de)

Klötzchen-Radio

Mehr Sender für DAB+

DAB+ soll das analoge UKW-Radio ablösen. Das hat man dem digitalen Dudelfunk aber schon seit seiner Geburt 2011 in die Wiege gelegt. Nun kommt ein ganzer Schwung neuer Sender.

Das Digitalradio DAB+ wächst langsam, aber nun sehen auch langjährige Kritiker einen Silberstreif am Horizont: Neue Sender kommen, sogar lokale, und bringen endlich die für DAB+ versprochene Vielfalt. Dabei war Radio sogar insgesamt schon fast totgesagt. Dem abgenudelten Rotationsgedudel mit den besten Hits der 80er, 90er und so wollten viele schon das Totenglöckchen läuten und empfahlen den Umstieg auf Spotify und Co. So kommt es aber nun wohl doch nicht.

Das Radio ist längst nicht von gestern. Nach Zahlen der Bundesregierung hören drei von vier Menschen in Deutschland werktags Radio (78,8 %), also 57 Millionen, im Schnitt 190 Minuten lang, jüngere eine Stunde weniger. Zum Großteil passiert das über eine Rundfunkantenne und nicht übers Internet. Spotify und Webradios können damit nicht konkurrieren.

Die naheliegende Idee, Radioprogramme künftig ohne eigenes Sendernetz übers Internet zu verbreiten, klingt erst mal gut. Bereits jetzt sind knapp 2450 Sender auch für die obskursten Nischen als Stream zu empfangen. Eigentlich gehört das Streamen von Radio für einen Internetanschluss zu den anspruchslosen Angelegenheiten, doch in der Pampa oder im Auto stockt der Empfang zuweilen wegen mangelnder Bandbreiten. Zudem stößt man unterwegs beim Radiohören über Mobilfunk auch schnell an die Grenzen des tariflichen Inklusivvolumens.

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