c't 20/2017
S. 64
Test
Coreboot-PC mit Sicherheitschip
Aufmacherbild

Aluhut-PC

Mini-PC Design-Shift ORWL mit starkem Datenschutz

Der ORWL soll ein besonders sicherer PC sein: Er lässt sich nur mit einem elektronischen Schlüssel einschalten und verwirft den SSD-Inhalt, falls sein Gehäuse geöffnet wird. Auch seine Coreboot-Firmware ist eine Besonderheit.

Der Mini-PC ORWL soll die auf seiner SSD gespeicherten Daten besonders gut vor unberechtigtem Zugriff schützen. Dazu kombiniert das US-Unternehmen Design-Shift mehrere Maßnahmen. Eine Coreboot-Firmware mit reduziertem Funktionsumfang soll Software-Attacken schwieriger machen als bei einem (UEFI-)BIOS. Einschalten lässt sich der Rundling nur, wenn ein drahtloser Schlüssel aufliegt. Ein Sicherheitschip überwacht die Integrität der Hardware: Über dem Mainboard und der SSD sitzt eine Schutzkappe. Die Schutzkappe ist innen mit feinen Leiterbahnen überzogen: Wird eine davon unterbrochen, macht ORWL die SSD-Daten unbrauchbar.

ORWL schaltet sich automatisch ab, sobald sich der Funkschlüssel um mehr als etwa zehn Meter entfernt; der Nutzer soll ihn also bei sich tragen. Die Schutzmaßnahmen sollen auch den als „Evil-Maid-Attacke“ bekannten Angriff verhindern, bei dem eine als Reinigungskraft (Maid) getarnte Person zunächst den PC manipuliert, um das Passwort für die Festplattenverschlüsselung zu belauschen. Bei einem zweiten Zugriff klaut sie dann den kompletten Computer beziehungsweise die SSD.

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