c't 21/2017
S. 76
Praxis
Notfall-Windows
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Selbstmedikation

c’t-Notfall-Windows 2018: Bausatz anwenden

Windows ist längst kein anfälliges Betriebssystemgebilde mehr. Trotzdem kann es kränkeln, etwa weil sich Schädlinge ausgebreitet haben, Updates klemmen oder Hardware schwächelt. Unser Bausatz liefert die Hausmittel, um auch hartnäckige Leiden zu kurieren.

Treue c’t-Leser wissen, was hinter dem c’t-Notfall-Windows steckt, für alle anderen hier die Kurzfassung: Es handelt sich um einen Bausatz, aus dem sich ein von Stick oder DVD lauffähiges Notfallsystem zusammensetzen lässt. Der Bausatz verwendet als Basis Windows PE (Preinstallation Environment), das Microsoft als abgespecktes Windows für die Installation und Wartung von PCs bereitstellt und das auch unter der Wiederherstellungsumgebung aktueller Windows-Versionen liegt. Das nackte PE wird ergänzt durch zahlreiche Werkzeuge und Windows-Komponenten. So entsteht ein Notfallsystem, das sich wie Windows anfühlt und zu guten Teilen aus Windows-eigenem Werkzeug besteht.

Der Bausatz selbst stammt nicht von uns, sondern wird als „Win10PESE“ von ChrisR und vielen weiteren Freiwilligen im Forum auf theoven.org stetig weiterentwickelt. Die Foristen schreiben Skripte für das Programm WinBuilder, das diese sukzessive abarbeitet und so aus vielen Einzelteilen letztlich ein Ganzes formt. Die Redaktion nimmt einige Wochen vor der Veröffentlichung einen Schnappschuss dieser Entwicklung, fügt eigene Erweiterungen ein und schnürt daraus ein auf möglichst vielen Systemen nutzbares Paket, das wir für rund ein Jahr aktiv unterstützen (bisher stets bis zum Erscheinen des nächsten c’t-Notfall-Windows).

Eine Bilderstrecke, die Sie per Klick auf die Miniaturbilder im WinBuilder erreichen, führt durch den Bauprozess. Sie umfasst die wesentlichen Schritte vom Aktualisieren des Bausatzes, …

Das Kleingedruckte

Ein Punkt ist ganz wichtig. Er hängt mit der Art und Weise zusammen, wie das Notfallsystem aus dem Winbuilder-Projekt heraus erzeugt wird: Der Prozess wendet Tricks an, um ein Windows-basiertes Notfallsystem ohne Urheberrechtsverletzung zu bauen. Die Tricks sind teils fragil: Nur per Download einbindbares Material kann aus dem Internet verschwunden sein, eine installierte Antivirus-Software könnte Teile für schädlich halten und in Quarantäne schieben, oder Trivialitäten wie eine übervolle Platte torpedieren den Prozess – oft weist die Meldung nicht aufs wirkliche Problem hin.

Mit jeder Abwandlung unserer Anleitung tun Sie sich keinen Gefallen, sondern vernichten wertvolle Lebenszeit. Benutzen Sie deswegen die Schritt-für-Schritt-Anleitung als Orientierungshilfe, nicht als alleinigen Begleiter im Bauprozess. Kommen Sie bitte erst gar nicht auf die Idee, den Bau auf einem PC auszuprobieren, auf dem es bereits spukt. Weichen Sie stattdessen auf den funktionstüchtigen Zweit-PC oder den eines Freundes aus. Eine dicke Internet-Leitung und ein flotter PC verkürzen die zum Bauen nötige Zeit.

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