c't 21/2017
S. 43
News
Pokémon Go

Monster-Überfluss

Erstes offizielles Pokémon-Go-Event in Deutschland

Mehrere tausend Nutzer des Augmented-Reality-Spiels Pokémon Go fanden sich Mitte September zum Safari-Zone-Event in Oberhausen ein. Es gab seltene Pokémon in Massen – und nur wenige technische Probleme.

Beim Safari-Zone-Event von Pokémon Go gab es mehr seltene Monster als man fangen konnte.

Die 4000 kostenlosen Tickets für das erste offizielle Pokémon-Go-Event in Deutschland waren innerhalb von 90 Sekunden vergeben. Obwohl das Einkaufszentrum Centro Oberhausen als Event-Partner von App-Entwickler Niantic kurz darauf noch mal 250 Tickets verloste, gingen viele Interessierte leer aus – und entluden ihren Frust in einem Shitstorm auf der Centro-Facebook-Seite. Trotzdem war das Event ein Erfolg, weil in mehrfacher Hinsicht vorgesorgt wurde.

Anders als beim ersten Pokémon-Go-Event überhaupt in Chicago, das Ende Juli wegen massiver Netzwerkprobleme zum Fiasko wurde, konnte man am 16. September in Oberhausen recht problemlos spielen. Für eine gute Mobilfunkversorgung hatte Vodafone einen zusätzlichen Sendemast aufgestellt. Die Telekom hatte die eigenen Funkzellen immerhin verstärkt, dennoch gab es hier und dort Hakeleien. Anhaltende Flüche hörte man hauptsächlich von O2-Nutzern.

Das kostenlose WLAN des Centro war nicht immer eine Alternative: Zwar hatte das Center-Management die Access Points im Vorfeld nochmals aufgerüstet, doch es stand allen Centro-Kunden zur Verfügung. Zusätzlich zu den Pokémon-Spielern wurden rund 75.000 reguläre Besucher an dem Einkaufssamstag erwartet.

Ansonsten hatten die Veranstalter die Spieler im Griff. Weil das Centro das Registrierungszelt schon deutlich früher als angekündigt geöffnet hatte, gab es zu keiner Zeit lange Schlangen. Den ganzen Tag über liefen Ansprechpartner für die Rückfragen von Spielern herum; in drei Team-Lounges konnte man sich austauschen oder das Smartphone aufladen. Zusätzliche Security-Mitarbeiter sorgten zudem dafür, dass Spieler die Gänge nicht für reguläre Kunden mit Ansammlungen blockierten. Größere Aufläufe waren aber auch gar nicht notwendig: Die über 50 Pokéstops im Centro und im Außengelände boten allesamt dieselben Monster.

Sie waren nur für Event-Teilnehmer mit Ticket sichtbar: Im Trainer-Kit, das man im Registrierungszelt ausgehändigt bekam, war ein QR-Code enthalten, den man an einem von vier speziellen Event-Pokéstops einlösen musste. Spieler, die ohne Ticket angereist waren, gingen aber nicht leer aus: Niantic ließ alle seltenen Pokémon in ganz Oberhausen und einigen umliegenden Städten erscheinen.

Die Starter-Pokémon Bisasam, Glumanda, Schiggy und Karnimani tauchten an den permanent mit Lockmodulen versehenen Pokéstops deutlich häufiger auf, als man Taubsi, Rattfratz, Habitak oder Natu sonst in freier Wildbahn findet. Bonbon-Sammler freuten sich besonders über Larvitar und Chaneira; es gab aber auch Voltilamm, Machollo und Piepi. Pikachu und Karpador fand man in normalen und in den besonderen schimmernden Varianten. Das sonst extrem seltene Alphabet-Pokémon Icognito gab es in den Ausprägungen A, F, I, R und S – also in allen Buchstaben für den Schriftzug Safari.

Hoffnungen auf andere regionale Pokémon als das angekündigte und sonst nur in Australien vorkommende Kangama wurden nicht erfüllt. Auch exklusive Raids gab es nicht. Zu guter Letzt bekamen Event-Teilnehmer an allen Centro-Pokéstops besondere 2-km-Eier, die denselben Inhalt boten, den regulär 10-km-Eier abwerfen. (mue@ct.de)

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