c't 21/2017
S. 46
News
Linux

Bald Standard bei Ubuntu: Gnome 3.26

Das neue Kontrollzentrum von Gnome erleichtert die Navigation, versteckt aber einige Optionen in Untermenüs.

Das Highlight des jüngst veröffentlichten Gnome 3.26 ist eine grundlegend renovierte Systemsteuerung. Sie zeigt die Kategorien mit den verschiedenen Einstellmöglichkeiten jetzt ständig im linken Fensterbereich an, was die Navigation erleichtert. Zugleich sind einige Optionen aber in Untermenüs gewandert und dadurch jetzt schwerer zu finden – darunter etwa die ebenfalls grundrenovierte Bildschirmkonfiguration.

Für Diskussionen sorgte eine andere Neuerung: Die Entwickler haben das zuletzt links unten positionierte Tray entfernt, wo im Hintergrund laufende Programme ein Status-Icon zum Schnellzugriff verankern konnten. Gnome-Anwendungen nutzen solche ohnehin nicht und laut den Entwicklern störe es dort; sie raten Anwendern, die Tray-Icons schätzen, zum Einsatz der Shell-Erweiterung TopIcons.

Ubuntu 17.10 wird die neue Gnome-Version standardmäßig nutzen: Sechseinhalb Jahre nach dem Umstieg auf den Unity-Desktop kehrt die Distribution mit dem Mitte Oktober erwarteten Release zu Gnome zurück. Canonicals wird die Desktop-Umgebung aber an einigen Stellen modifizieren. Durch ein am linken Rand klebendes Dock soll sie auf den ersten Blick wie Unity mit seiner Startleiste (dem „Launcher“) aussehen. Die Fensterleisten werden zudem Knöpfe zum Mini- und Maximieren von Fenstern enthalten, die Gnome 3 von jeher nicht zeigt. Für Status Tray Icons soll eine Erweiterung vorinstalliert werden, die die bei Unity verwendete Application Indicators besser unterstützt als TopIcons. Zudem sollen sich Dateien und Ordner auf dem Desktop ablegen lassen, was Gnome normalerweise unterbindet. Anwender, die ein unmodifiziertes Gnome wünschen, sollen ein solches über den Anmeldemanager auswählen können.

Einige Screenshots, die das zeigen, finden Sie über ct.de/y3x4 in einer Bildergalerie, die noch einige weitere Neuerungen von Gnome 3.26 zeigt. (thl@ct.de)

Suse überarbeitet sein Enterprise Linux

Das dritte Service Pack für Suse Linux Enterprise 12 (SLE12) bringt Unterstützung für NVMe over Fabrics (NVMf), mit dem Systeme über Techniken wie InfiniBand, iWARP oder RoCE (RDMA over Converged Ethernet) performant auf NVMe-SSDs in Storage-Servern zugreifen können. Das für den Desktop (SLED) und den Server (SLES) erhältliche SP3 bringt außerdem Support für neue Prozessoren von AMD und Intel. Darunter ist nicht nur Unterstützung für AMDs EPYC und Intels Core-i-7000-Prozessoren (Kaby Lake), sondern auch Intels für HPC-Zwecke vorgesehene Supercomputer-Beschleuniger Xeon Phi Knights Landing.

Docker Compose hat das Nürnberger Unternehmen entfernt, denn es will zur Container-Orchestrierung voll auf Kubernetes setzen. Der Kernel basiert nach wie vor auf Linux 4.4, der aber eine Reihe von Erweiterungen erhielt, um moderne Hardware besser zu unterstützen. Btrfs ist weiterhin Standard-Dateisystem für die Root-Partition. Nachdem Red Hat seine Experimente mit diesem Dateisystem kürzlich beendet hat (siehe c’t 18/17, S. 33), bekräftigte ein führender Suse-Mitarbeiter kürzlich in einem offiziellen Blog, Suse stehe weiter voll hinter Btrfs. Dabei machte er Andeutungen, Btrfs werde durch Verbesserungen bald noch interessanter und solle etwa Verschlüsselungsfunktionen erhalten. (thl@ct.de)

Kommentieren