c't 22/2017
S. 18
News
Virtual Reality, Apple-4K

Odyssey: Microsoft-VR-Brille mit Top-Ausstattung

Odyssey: Virtual-Reality-Brille mit eingebautem Kopfhörer – dafür ohne Klapp-Mechanismus.

Samsung hat mit der Odyssey nun auch ein zur neuen Microsoft-VR-Plattform kompatibles Headset angekündigt. Während die fünf schon bekannten Virtual-Reality-Brillen technisch fast identisch sind, soll Samsungs mehr können. So bietet sie eine geringfügig höhere Auflösung: Statt zweimal 1440 × 1440 gibt es hier 1440 × 1600 Pixel auf OLED-Displays statt LCDs. Außerdem sind AKG-Kopfhörer integriert.

Laut Hands-on-Berichten sind die Verbesserungen deutlich spürbar. Die Bilddarstellung sei wesentlich flüssiger, das Raster zwischen den Pixeln außerdem weniger wahrnehmbar.

Negatives gibts aber auch: So ist Samsungs Brille mit 625 Gramm schwerer als die Brillen vieler Mitbewerber. Acers Headset wiegt etwa nur 380 Gramm. Außerdem fehlt bei Odyssey die „Visor“-Mechanik, mit der man die Brille hochklappen kann, möchte man einen Blick in die echte Welt werfen.

Odyssey ist zudem teurer als die Konkurrenz-Brillen: Samsung ruft inklusive Controller 500 US-Dollar auf. Andere Geräte gibt es ab 400 US-Dollar beziehungsweise 400 Euro. Erhältlich ist das Set ab 10. November – die Konkurrenz will zeitig zum Windows Fall Creators Update am 17. Oktober ausliefern.

(jkj@ct.de)

AltspaceVR gekauft

Microsoft scheint sich immer mehr für Virtual Reality zu interessieren: Kurz vor Start des hauseigenen VR-Systems („Mixed Reality“ genannt) hat Microsoft die Übernahme der Social-VR-Plattform AltspaceVR bekanntgegeben. AltspaceVR funktioniert ähnlich wie die Oldie-Software Second Life: Man bastelt sich einen Avatar, erkundet damit virtuelle Orte und trifft andere Avatare. Dabei kann man nicht nur plaudern, sondern zum Beispiel auch in Minispielen gegeneinander antreten.

AltspaceVR bot zudem regelmäßig Live-Veranstaltungen in der VR-Welt an: So wurde vergangenes Jahr eine US-Präsidentschaftsdebatte übertragen, häufig trat der Entertainer Reggie Watts auf. Altspace verzeichnet nach eigenen Angaben 35.000 verschiedene Nutzer pro Monat.

Das 2013 gegründete VR-Unternehmen hatte im Juli angekündigt, aus Geldmangel im August zu schließen – falls kein Investor einspringt. Kurz darauf hieß es, man bliebe vorerst online, ohne aber den Geldgeber zu nennen. Finanzielle Details zu der Übernahme sind bislang nicht bekannt. (jkj@ct.de)

HDR-Probleme bei iPad Pro und iPhone 8

Apples neues iPad Pro kann 4K-Filme in HDR von iTunes empfangen, patzt aber bei der Bildschirmwiedergabe. Dunkle Bereich saufen ab, weshalb man die Filme besser in SDR lädt.

Nachdem Apple die iTunes-Filme mit HDR für das Apple TV 4K freigegeben hat, folgte die Freigabe nun auch für das neue iPhone 8(Plus) und die aktuellen iPad Pro. Verwirrung herrscht jedoch bei der Frage, in welcher Auflösung die Filme gestreamt und zum Download angeboten werden. Denn obwohl iTunes sie mit einem 4K-Logo bewirbt, werden die Titel mitnichten auf alle Wiedergabegeräte mit 4K gestreamt.

Bei einer Stichprobe von zehn angeblichen 4K-Filmen fanden wir acht Titel, die eine durchschnittliche Datenrate von knapp 8 MBit/s erzielten – kaum mehr als die HD-Versionen, die auf 5 bis 6 MBit/s kommen. Zwei Titel („Goodfellas“ und „Die Wahlkämpferin“) kamen jedoch auf knapp 18 MBit/s und belegten beim Download auf ein iPad Pro satte 15 und 19 GByte. Hier dürfte es sich demnach tatsächlich um die 4K-Versionen handeln. Bei den übrigen Titeln handelt es sich offenbar um spezielle HD-Kodierungen mit HDR, die vom 4K-Material für das neue Apple TV abweichen.

Problematischer als die Auflösung ist jedoch die Wiedergabe von HDR. Zwar können die Displays des neuen iPad Pro und iPhone 8 den großen Farbraum DCI-P3 abbilden, aber offenbar wurde das Tone Mapping nicht richtig angepasst. Dies sorgt normalerweise dafür, dass der höhere Kontrast der HDR-Filme optimal aufs jeweilige Display umgerechnet wird, damit Glanzlichter die volle Bildschirmhelligkeit ausnutzen und das Schwarz satt rüberkommt. Bei iPhone 8 und iPad Pro saufen dunkle Szenen in HDR-Filmen jedoch im Schwarz ab. Wo auf guten HDR-Fernsehern noch Details wie Haare und Anzugfalten zu erkennen sind, sieht man auf den neuen Mobilgeräten oft nur schwarze Silhouetten.

Bis Apple das Tone-Mapping-Problem behebt, sollten Anwender daher auf dem iPhone 8 und iPad Pro die SDR-Versionen laden. Dazu deaktivieren sie einfach unter Einstellungen/Videos den Schalter „HDR-Videos laden“. Macs und andere iOS-Geräte sind nicht betroffen. (hag@ct.de)

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