c't 22/2017
S. 30
News
Technische Software

Matlab: Deep Learning mit der Grafikkarte

Anhand von Trainingsbildern klassifiziert Matlab ganze Bilder und erkennt, was in einzelnen Bereichen zu sehen ist.

Das Rechenprogramm Matlab 2017b beherrscht beim Umgang mit neuronalen Netzen die Integration von LSTM-Netzen (Long/Short-Term Memory), welche auch zeitlich verzögerte Effekte berücksichtigen. Nun sollen sich auch vortrainierte Faltungsnetzwerke wie AlexNet oder Modelle aus dem Caffe-Framework Zoo fürs Training anhand externer Daten nutzen lassen. Mit den neuen Funktionen lassen sich Zeitreihen vorhersagen sowie Texte und Bilder klassifizieren.

Anwender der Computer Vision Toolbox können jetzt mit der enthaltenen Image Labeler App interaktiv Referenzdaten fürs Training der Bild-Klassifizierung markieren. Der neu eingeführte GPU Coder soll Deep-Learning-Modelle automatisch in CUDA-Code für Nvidia-Grafikkarten konvertieren. Damit lassen sich laut Mathworks bis zu 3000 Bilder pro Sekunde verarbeiten – nach Entwickler-Angaben bis zu siebenmal mehr als mit der Bibliothek Tensorflow. Weitere Neuerungen sind die Text Analytics Toolbox sowie neue Werkzeuge zum Modellieren und Überprüfen von Testanforderungen im Paket Simulink. Matlab kostet in der Grundausstattung 2000 Euro, als abgespecktes Matlab Home für private Nutzung 119 Euro. Eine Studentenversion ist ab 35 Euro erhältlich (alle Preise netto). (hps@ct.de)

Vielseitiger Chemieformel-Editor

Mnova visualisiert Kernresonanz-Spektren mitsamt numerischen Daten zu den gefundenen Shifts und der Struktur des zugeordneten Moleküls.

Die Chemie-Editorsuite ChemOffice von Perkin Elmer sowie deren auch einzeln erhältliche Komponente ChemDraw sind in Version 17 erschienen. Die Windows-Software verzahnt sich jetzt nahtlos mit dem enthaltenen, webgestützten Signals Notebook desselben Herstellers, das als Teamwork-Plattform zum Speichern und Teilen wissenschaftlicher Dokumente dient. ChemDraw versteht außer der Skriptsprache ChemScript nun auch die Hierarchical Editing Language for Macromolecules (HELM), mit der man zum Beispiel die Strukturformeln von Biomolekülen einfach aus einer persönlichen Bibliothek von Monomeren zusammensetzen kann. Das Zeichenprogramm unterstützt neuerdings 4K-Monitore.

Außer den ChemDraw-Editionen Prime, Professional und Cloud umfasst ChemOffice den Molekül-Modeller Chem3D mit Schnittstellen zu Rechenprogrammen wie Gauss, MOPAC und Conflex. Außerdem enthalten ist das Datenbanksystem ChemFinder für Recherchen anhand chemischer Strukturen und das neu eingeführte Programm Mnova. Damit kann man laut Anbieter Messdaten von allen NMR- und von zahlreichen GC/MS-Analysatoren übernehmen, darstellen und auswerten. (hps@ct.de)

Verdrahtungshilfe aus dem Web

Eplan Smart Wiring erklärt dem Anwender Zeile für Zeile jeden Arbeitsschritt bei der manuellen Verdrahtung eines Schaltschranks.

Mit Smart Wiring 2.7 setzt das Softwarehaus Eplan erstmals auf eine Webanwendung zur Verdrahtung von Schaltschränken. Dadurch stehen dem Benutzer die Planungs- und Auftragsdaten auch auf mobilen Endgeräten zur Verfügung. Außerdem können mehrere Anwender gleichzeitig an einem Projekt arbeiten. Das Werkzeug soll sich insbesondere bei Änderungen in letzter Minute bezahlt machen, indem es dem Anwender den aufwendigen und fehlerträchtigen Vergleich zwischen bisherigem und neu vorgegebenem Verdrahtungsschema abnimmt.

Die 3D-Montageaufbaugrafik profitiert von einer neu eingeführten Clip-Ebene. Darin kann man Komponenten, die andere Bauteile verdecken könnten, ein- und ausblenden. Projektinformationen lassen sich einfach über QR-Codes abrufen. Mit dem separat installierbaren Smart Wiring Monitor lassen sich Projektstatus und Fertigungsfortschritte überwachen. (Mathias Poets/hps@ct.de)

FieldView Express berechnet Strömungen

Überholmanöver im Formel-1-Rennsport lassen sich mit FieldView Express hinsichtlich der Aerodynamik visualisieren.

FieldView Express von der Altair Partner Alliance (APA) ist ein Postprozessor für Aufgaben aus der numerischen Strömungsmechanik (CFD). Die Software erstellt auf Basis sogenannter Solver-Dateien Animationen, 3D-Grafiken und interaktive Analysen. Zur Lösung einer CFD-Aufgabe ist dies der dritte Schritt. Am Anfang steht das Pre-Prozessing, bei dem die physikalischen Gegebenheiten in kleine, per Raster verknüpfte Volumeneinheiten (Zellen) zerlegt werden. Im zweiten Schritt löst eine Software (Solver) die resultierenden Differenzialgleichungen und erzeugt Dateien, die für jede Zelle die entsprechenden Eigenschaften wie Geschwindigkeit oder Temperatur enthalten. Wegen der Dynamik der Strömung führt man diese Berechnung mehrfach in definierten Zeitabschnitten durch. Laut Hersteller ist FieldView Express universell als CFD-Frontend einsetzbar, weil das Programm zahlreiche Solver-Formate lesen und verarbeiten kann. (Mathias Poets/hps@ct.de)

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