c't 23/2017
S. 156
Recht
Software-Entwicklung

Agil arbeiten, korrekt kassieren

Vertragsrechtliche Behandlung von Softwareprojekten beim Einsatz des Scrum-Modells

Die Frage, welche Vertragsart für die Entwicklung von Software zum Einsatz kommt, kann entscheidend für die entstehenden Ansprüche sein. Die im deutschen Zivilrecht vorgesehenen Charakteristika für Verträge passen nur schlecht zur aktuellen Entwicklerpraxis. Im Zweifelsfall muss der Entwickler beweisen, dass ein Anspruch auf Bezahlung für das besteht, was er geleistet und abgeliefert hat.

Gerade bei komplexen Softwareprojekten haben agile Vorgehensweisen vielfach das althergebrachte Arbeiten mit festen Zielen nach Lasten- und Pflichtenheft verdrängt. Insbesondere das Scrum-Modell mit seiner Dynamik, seinen Ketten von zyklischen Prozessen und immer wieder neu zu bestimmenden Zielen prägt oft den Alltag in den Entwicklerbüros. Solches Arbeiten ist vertragsrechtlich schwer zu fassen, und Rechtsunsicherheiten drohen an vielen Stellen – zum Leidwesen von Auftraggebern und Auftragnehmern.

Es gibt bislang nur einen Fall, in dem deutsche Gerichte sich mit diesem Problem auseinandersetzen mussten. Er lief durch zwei Instanzen und es spricht Bände, dass die beiden mit der Sache befassten Gerichte sehr unterschiedlich geurteilt haben.

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