c't 23/2017
S. 108
Know-how
Blockchain: Smart Contracts
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Vertrag denkt mit

Smart Contracts in der Ethereum-Blockchain

Die Blockchain ist primär ein verteilter Speicher, der immer nur wächst und gegen nachträgliche Veränderung geschützt ist. Ihr volles Potenzial entfaltet sie aber erst, wenn sie nicht nur als Datenbank genutzt wird, sondern auch aktiv Code ausführt – sogenannte Smart Contracts.

Wer in ein Crowdfunding-Projekt investiert, gewährt damit dem Empfänger einen Vorschuss nicht nur an Geld, sondern auch an Vertrauen. Das damit verbundene Risiko ließe sich vermeiden, wenn das eingezahlte Geld etwa bei einem Treuhänder sicher geparkt würde, bis das Investitionsziel erreicht ist. Kommt innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht genug Geld zusammen, erhalten die Investoren ihre Einlagen garantiert zurück. Im Erfolgsfall bürgt der Treuhänder dafür, dass der Gründer die versprochene Leistung erbringt.

Ein Treuhänder aus Fleisch und Blut wird für seine Dienste allerdings ein Honorar verlangen. Ein großer Teil davon ließe sich sparen, wenn stattdessen ein Computer das Geld entgegennehmen, aufbewahren und bei Ablauf der Frist weitergeben oder zurückzahlen würde. Handelt es sich bei der versprochenen Leistung um ein digitales Gut, könnte er sogar die Auslieferung übernehmen. Genau das ist die Idee hinter Smart Contracts: Dabei handelt es sich um Programmcode, der manipulationssicher gespeichert ist und beim Eintreten bestimmter Ereignisse garantiert ausgeführt wird. Dieser Artikel erklärt, warum eine Blockchain der ideale Ort zum Aufbewahren und Ausführen solchen Codes ist und wie Smart Contracts programmiert werden.

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