c't 24/2017
S. 166
Praxis
Windows Server 1709

Aloha 1709

Neuerungen in Windows Server 1709 und Weboberfläche für Admins

Mit dem neuen Server-Betriebssystem 1709 bietet Microsoft halbjährliche Feature-Updates für Nutzer an, die nicht auf langfristigen Support angewiesen sind. Eine grafische Oberfläche gibt es nicht, dafür kommt Project Honolulu.

Bei den meisten Server-Umgebungen kommt es nicht darauf an, schnell die neuesten Funktionen einzusetzen. Administratoren müssen sich vor allem langfristig darauf verlassen können, dass die Systeme Updates bekommen. Bei Microsoft gab es bisher fünf Jahre Bugfixes und fünf weitere Jahre Sicherheitsupdates. Windows Server 2016, veröffentlicht im Oktober 2016, läuft noch bis zum 11. Januar 2022 im „Mainstream Support“ und bekommt bis zum 11. Januar 2027 Korrekturen für Sicherheitslücken. Auch in Zukunft will Microsoft diese Zeiträume nicht abschaffen, gleichzeitig aber dem Wunsch der Cloud-Entwickler nach neuen Funktionen gerecht werden. Vor allem die Container-Technik entwickelt sich so schnell, dass man sich entschlossen hat, parallel einen halbjährlichen Veröffentlichungskanal, angeglichen an Windows 10, bereitzustellen. Windows Server 1709 ist die erste Veröffentlichung aus dem „Semi-Annual Channel“. Der Supportzeitraum endet nach 18 Monaten am 18. April 2019.

Kein Upgrade

Windows Server 1709 ist kein Upgrade für Windows Server 2016 – damit unterscheidet sich das Betriebssystem von Windows 10. Wer den neuen Server nutzen möchte, muss ihn frisch installieren. Verfügbar ist er nur für Kunden mit „Software Assurance“, sie finden ihn im Volume Licensing Center zum Download. Diese Version darf auch für Produktivsysteme eingesetzt werden. Auch in Microsofts Azure-Cloud steht das System bereit – allerdings ausdrücklich nur für Test- und Entwicklungszwecke. Wer ohne Cloud und Volumenlizenzvertrag mit der aktuellen Version experimentieren möchte, kann sich mit einer Microsoft-ID am Windows-Insider-Program anmelden und die Vorabversion kostenlos herunterladen.

Kein GUI

Hawaiianisches Lebensgefühl vermittelt Project Honolulu nicht. Es handelt sich vielmehr um eine nüchterne Administrationsoberfläche.

Windows Server 1709 kommt ohne grafische Oberfläche und entspricht damit dem, was bei Windows Server 2016 noch „Core“ hieß. Nach der Anmeldung begrüßt Sie eine Eingabeaufforderung – wer gehofft hatte, einen Terminalserver mit der Benutzerumgebung von Windows 10 nach dem Fall Creators Update einrichten zu können, wird enttäuscht. Der neue Server ist ein reines Arbeitsgerät für Cloud-Anwendungen mit dem Fokus auf Containerisierung. In diesem Bereich findet sich auch die größte Weiterentwicklung: Das Mini-Betriebssystem Nano Server mutiert zum reinen Betriebssystem für Container und schrumpft von 1 GB auf 236 MB.

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