c't 25/2017
S. 72
Marktübersicht
Cloud-Server: Angebote
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Leistung on Demand

Fünf Cloud-Server-Angebote im Vergleich

Server-Miete mit langen Laufzeiten und starren Ressourcen war gestern. Deutsche Webhoster ermöglichen in ihren Clouds auch Gelegenheits-Admins und kleinen Firmen die volle Flexibilität: Server stundenweise, hin und her kopierbar, Ressourcen skalierend und minutengenau abgerechnet – zu moderaten, transparenten Preisen.

Sie bemerken, dass Ihr Gameserver zu Stoßzeiten langsam in die Knie geht? Warum spendieren Sie ihm für die gut besuchte Daddelrunde am Wochenende nicht noch zwei Prozessorkerne und etwas mehr RAM? Die Seitenauslieferung Ihres Blogs lahmt, weil Ihr aktueller Artikel auf heise online erwähnt wurde? Verteilen Sie doch die Last per Load Balancer in den nächsten Wochen auf einen zweiten Webserver. Sie möchten Ihr Software-Update gerne testen, bevor Sie es aufs Produktivsystem loslassen? Kein Problem: Klonen Sie Ihren Datenbankserver und testen Sie erst einmal in Ruhe auf der Kopie.

Das sind nur drei von vielen möglichen Szenarien, die bis vor kurzem Kunden bei den großen Clouds wie Amazon AWS, Microsoft Azure oder der Deutschen Telekom vorbehalten waren. In ihren „Infrastructure-as-a-Service“-Modellen (IaaS) bilden sie ganze Rechenzentren in der Cloud ab – und der Kunde darf über sein Web-Kontrollzentrum (virtuelle) Server starten, stoppen, kopieren, neu mit Hardware bestücken, untereinander vernetzen und clustern. Der Clou: Bezahlt wird nur, was tatsächlich genutzt wird: Wird der virtuelle Prozessorkern wieder aus der Maschine entfernt, kostet er auch nichts mehr, und das meist minutengenau (siehe Artikel ab S. 78).

Doch die Flexibilität der großen Clouds steht nur geschäftlichen Kunden offen, die überdies noch eine gehörige Portion Know-how mitbringen müssen. Es wird viel Vorwissen vorausgesetzt, und die Abrechnungsmodelle erschließen sich nur langsam. Wer etwa bei Amazon im Spieltrieb mal eben zig virtuelle Linux-Maschinen (VMs) startet und in den Expermentierwahn verfällt, kann auf der nächsten Kreditkartenabrechnung sein blaues Wunder erleben.

Video: „Nachgehakt“

Skalier- und durchschaubar

Immer mehr deutsche Webhoster bieten diese Flexibilität nun auch Privatkunden und kleineren Unternehmen. Wer einen Rootserver im Internet benötigt, muss sich deshalb nicht mehr zwingend Gedanken um lange Vertragslaufzeiten, hohe Einrichtungskosten und starre Ressourcen machen: Einige Hoster bieten IaaS-Angebote für Kunden, die jederzeit skalierbare Cloud-Server wünschen, ohne preisliche Ein- oder Ausstiegshürde. Werden die Server momentan gar nicht benötigt, friert man sie für einen geringen Betrag ein und holt sie bei Bedarf wieder hervor.

Für diese Marktübersicht haben wir uns bei Providern umgesehen, die ihre Cloud-Infrastruktur in deutschen Rechenzentren unterbringen und ihr Angebot auch Privatkunden zur Verfügung stellen – was keine Selbstverständlichkeit ist. Bei fünf Providern wurden wir fündig, nämlich 1&1, Domainfactory, Hostnet, Netclusive und Strato. Für Strato gilt die Besonderheit, dass das Unternehmen jüngst vom United-Internet-Konzern übernommen wurde und deshalb nun de facto eine Schwesterfirma der zum selben Konzern gehörenden 1&1 ist. Es ist bislang unklar, inwieweit die beiden großen Webhoster ihre Produkte künftig verschmelzen werden.

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