c't 26/2017
S. 20
News
Das Ende von LiMux

Aus dem Fenster

Münchens Rückfall auf Windows wird zum Millionengrab

Das Ende des LiMux-Experiments in der Münchner Verwaltung könnte Steuerzahler weit über 100 Millionen Euro kosten. Die eigentlichen organisatorischen IT-Probleme bleiben jedoch ungelöst.

Ende November besiegelte die Mehrheit von SPD und CSU im Münchner Stadtrat das baldige Aus für das Open-Source-Prestigeprojekt LiMux. Mit dem wollten die Volksvertreter in rot-grünen Zeiten Lizenzkosten sparen und sich von großen Herstellern unabhängig machen. Laut dem neuen, von der Opposition scharf kritisierten Beschluss soll bis Ende 2020 ein stadtweit einheitlicher Client für rund 29 000 Rechner auf Windows-Basis geschaffen und bis spätestens Frühjahr 2023 ausgerollt werden.

Das Vorhaben ist ambitioniert: Die Gesamtausgaben für sämtliche Umsetzungsprojekte zur „Neuorganisation der städtischen Informations- und Telekommunikationstechnik“ sollen sich für sechs Jahre zunächst auf über 89 Millionen Euro belaufen. Davon entfallen allein 49,3 Millionen auf den vorgesehenen Windows-Arbeitsplatz. Enthalten sind laut einer vom Stadtrat geforderten groben Kostenschätzung Ausgaben für Windows-Lizenzen, Softwareverteilung, Management sowie Virtualisierungsumgebungen. 24 Millionen Euro sind für „externe Beratung“ angesetzt, 14 Millionen für eigene Personalkosten, 4,8 Millionen für Hardware. Mit dabei sind 6000 Lizenzen für einen ersten Testlauf mit Microsoft Office.

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