c't 3/2017
S. 25
News
Embedded Systems

ARM-Computer für Bildverarbeitung

Ein ARM im Industriekleid: Die Visionbox „Les Mans“ ist ein speziell für Bildverarbeitung entwickelter Industrierechner.

Die Firma Imago Technologies kündigt für den Herbst dieses Jahres ihre VisionBox „Le Mans“ an. Der Industrierechner wurde für Bildverarbeitung und vergleichbare Anwendungen entwickelt und nutzt den NXP QorIQ LS2088 mit acht ARM-Cortex-72-Kernen, welche mit 2 GHz takten. Das Gerät kommt mit 32 GByte Speicher auf einer internen SD-Karte und 8 GByte RAM. Dieser ist mit DDR4-SO-DIMMs auf bis zu 16 GByte erweiterbar. Als Betriebssystem verwendet Imago ein angepasstes Debian 8. Dedizierte Hardware für Bildverarbeitung besitzt der „Les Mans“ nicht; die Neon-Einheiten der ARM-CPU sind jedoch für die Beschleunigung von Algorithmen nutzbar.

Über vier Gigabit-Ethernet-Schnittstellen und zwei SFP+-Steckplätze werden Netzwerkverbindungen mit bis zu 10 GBit/s hergestellt. Eine miniPCIe- und zwei PCIe-2.0-x4-Karten finden im Gehäuse Platz. Ein PCIe-3.0-x16-Slot ist ebenfalls verfügbar. Die Schnittstelle ist mit vier Lanes beschaltet. Imago liefert selbst PCIe-Erweiterungskarten für verschiedene Anwendungen aus dem Bereich Bildverarbeitung.

Der „Le Mans“ arbeitet mit 24 Volt (18–30 V) und kommt ohne Lüfter aus. Er bringt je 8 digitale, optisch entkoppelte Ein- und Ausgänge mit. Zur weiteren Ausstattung zählen zwei USB-3.0-Anschlüsse, ein SD-Karten-Slot und eine RS-232-Buchse. Je nach Ausstattung verlangt der Hersteller 2000 bis 3000 Euro für das Gerät. (amo@ct.de)

Intel Compute Card: x86-Modul für Embedded Systems

Intels Compute Card vereint CPU, GPU, RAM und Flash-Speicher in einem austauschbaren Modul.

Intel kündigt ein austauschbares Rechenmodul in einem standardisierten Format an: Noch im Laufe des Jahres 2017 soll die „Compute Card“ erscheinen. Sie ist 5 Millimeter dick, ihre Grundfläche ist mit 5,5 cm × 9,5 cm etwas größer als bei einer Kreditkarte.

Die Compute Card ist als leicht austauschbares Rechnermodul beispielsweise für Verkaufsautomaten, Smart-TVs und digitale Anzeigetafeln gedacht. Laut Intel lassen sich Systems-on-Chip mit bis zu 6 Watt Thermal Design Power einbauen. Vermutlich startet die Compute Card mit einer Variante des Atom E3900 alias „Apollo Lake“. Auch einige Gigabyte RAM sowie ein eMMC-Flash-Chip passen in die Compute Card. Externe Anschlüsse wie USB 3.0 und DisplayPort sollen nach dem Prinzip von USB Typ C erfolgen, allerdings über einen anderen Steckverbinder.

In den letzten Jahren hat Intel mehrere Rechenmodule mit x86-SoCs auf den Markt gebracht, die auf unterschiedliche Nutzer zielen. Der zu Arduino-Shields kompatible Galileo und der Edison sind eher für Privatleute interessant, das winzige Modul Curie richtet sich hingegen an professionelle Geräteentwickler. Letzteres gilt auch für „Joule“, in dem ein Atom mit vier Kernen und Hyper-Threading steckt. Das Joule 550x Developer Kit ist ab etwa 450 Euro erhältlich. (ciw@ct.de)

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