c't 3/2017
S. 41
News
Internet

Facebook: Fake-News-Warnungen und Journalismus-Initiative

Facebook-Benutzer sollen Falschmeldungen kennzeichnen können. Bild: Facebook

Facebook will im Jahr der Bundestagswahl in Deutschland härter gegen gefälschte Nachrichten vorgehen, für deren Verbreitung es in den letzten Monaten heftig kritisiert wurde. Als Partner werde das Recherchezentrum Correctiv von Nutzern gemeldete Inhalte prüfen und gegebenenfalls als zweifelhaft auszeichnen. Außerdem sollen die Möglichkeiten, mit sogenannten Fake News Geld zu verdienen, eingedämmt werden.

Die Nutzer werden die Möglichkeit bekommen, einen Beitrag als potenzielle Falschmeldung zu markieren. Damit werde ein mehrstufiger Prozess der Prüfung eingeleitet. Am Ende soll neben einem Beitrag mit als falsch erkannten Informationen ein entsprechender Warnhinweis stehen sowie eventuell ein Link zu einem Artikel mit tatsächlichen Fakten.

Facebook will zudem gemeinsam mit Journalisten und Medienunternehmen neue Nachrichten-Produkte entwickeln, etwa Storytelling-Formate und Formate für lokale News. Desweiteren will Facebook Journalisten besser darüber informieren, wie sie Facebook in ihrer Arbeit nutzen können. (jo@ct.de)

Firefox Test Pilot startet auf Deutsch

Das Programm „Firefox Test Pilot“ ist jetzt auch auf Deutsch verfügbar. Unerschrockene Firefox-Nutzer können damit neue Funktionen ausprobieren, die sich in der Entwicklung befinden. Um die experimentellen Funktionen zu aktivieren, muss man lediglich das Add-on „Test Pilot“ installieren. Zum Deutschlandstart stehen vier Funktionen zum Ausprobieren bereit. Mit „PageShot“ lassen sich Screenshots direkt im Browser erstellen. Die Funktion „Min Vid“ spielt Vimeo- und YouTube-Videos in einem kleinen Fenster ab, das immer im Vordergrund bleibt. „Tab Center“ gruppiert offene Tabs vertikal in einer Seitenleiste. „Cliqz“ blendet in der Suchleiste diverse Vorschläge ein, etwa Wetterdaten und Nachrichten. (dbe@ct.de)

Konzept-Browser von Opera

Designstudie Neon: links die Screenshot-Galerie, in der Mitte ein Pop-out-Video, rechts die offenen Tabs

Opera Software hat eine neue Browser-Designstudie namens „Neon“ für Windows und macOS veröffentlicht. Sowohl Tabs als auch Schnellwahl-Icons sind in Neon als Kugeln umgesetzt. Tabs ordnen sich in einer Seitenleiste vertikal an. Ein intelligenter Mechanismus soll diese den Benutzerinteressen folgend sortieren. Auf der linken Seite öffnen Icons in einer weiteren Seitenleiste Video-Player, Screenshot-Werkzeug und -galerie sowie Downloads. Der Player zeigt kleine Vorschauen der laufenden Videos an, die sich als Mini-Fenster öffnen lassen. (jo@ct.de)

Phishing per Autofill

Der finnische Web-Entwickler und Hacker Viljami Kuosmanen hat eine Methode gefunden, wie sich die Autofill-Mechanismen etlicher Browser und Browser-Erweiterungen austricksen lassen, um persönliche Informationen abzuphishen: Das Opfer muss auf eine präparierte Website gelockt und dazu bewegt werden, einige Informationen über sich in Formularfelder einzugeben. Der Autofill-Mechanismus füllt dabei weitere versteckte Felder aus – etwa mit der Adresse, der Telefonnummer oder sogar Kreditkartendaten. Der Trick lässt sich mit Chrome, Opera und Safari ausnutzen, Firefox ist immun. Der sicherste Schutz ist, Autofill abzuschalten. Die Passwortspeicher der Browser sind von dem Problem nicht betroffen. (jo@ct.de)

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