c't 5/2017
S. 64
Vorsicht, Kunde
Service-Panne
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Bild: Peter Stemmler

Wirre Zeichen

Microsofts Surface-Support verheddert sich im Layout-Dickicht

Bei großen Autoherstellern bekommt man Ersatzteile und Zubehör meist auch für Modelle, die seit Jahren nicht mehr produziert werden. In der IT-Branche scheint solcher Service nicht so selbstverständlich, wie das Beispiel des Microsoft-Supports für Besitzer eines älteren Surface-Pro-Tablet zeigt.

Jonas R. ahnte nicht, welche Folgen das kleine Malheur haben sollte, das ihn am Nikolaustag des vergangenen Jahres ereilte. An diesem Tage schmückte er zusammen mit Frau und Tochter den Weihnachtsbaum für das bevorstehende Fest. Während er auf der Leiter stand, fiel ihm ein Dekorationsstück aus der Hand und landete geradewegs auf dem Tastatur-Cover seines Surface-Pro-Tablets. Infolge dieses Ausrutschers funktionierte nun die Punkt-Taste auf der Ansteck-Tastatur nicht mehr. Also tat sich Jonas R. nach einem Ersatz um.

Allerdings hatte Microsoft mit dem Mitte 2014 herausgebrachten Surface Pro 3 den Formfaktor für die Tastaturhüllen geändert, sodass aktuelle Modelle nicht mehr an die Tablets aus dem Jahr 2013 passen. Tastatur-Cover für die älteren Modell Surface Pro und Surface Pro 2 werden von Microsoft nicht mehr hergestellt und sind im Handel folglich nicht zu bekommen. Im Netz fand Jonas R. gebrauchte Type-Cover zu Preisen zwischen 40 und 50 Euro, allerdings nicht mit deutschem Tastatur-Layout. Deshalb nahm er Kontakt mit Microsofts deutschem Support für Surface-Nutzer auf. Dort eröffnete man sogleich einen Service-Vorgang. Im Austausch gegen seine defekte Anstecktastatur sollte er ein Ersatzgerät erhalten. Der Service sollte den Kunden 130 Euro kosten.

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