c't 6/2017
S. 102
Praxis
Raspi-Projekt: Netzbremse
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Intelligent ausgebremst

Raspi begrenzt Datenrate und simuliert Netzunzuverlässigkeit

Das Internet mag grenzenlos sein, die Bandbreite des DSL-Anschlusses ist es definitiv nicht. Ein alter Raspberry Pi genügt, um maßlose WLAN-Clients im Zaum zu halten. Außerdem hilft er, das Verhalten von Websites und Apps bei schlechter Internetverbindung zu untersuchen.

Lässt sich die Famile von Amazon, Netflix und YouTube berieseln, natürlich jeder für sich, kann das Update von Virensignaturen oder Betriebssystem zur Geduldsprobe werden: Schnell verderbliche Daten wie Full-HD-Video-Streams haben nun mal Vorrang vor „weniger“ Wichtigem wie sicherheitskritischen Updates. Mit einem Raspberry Pi als intelligente Bremse halten Sie den Bandbreitenverbrauch von Clients im Rahmen, sodass alle anderen auch an die Reihe kommen. Außerdem hilft das Setup Web- und App-Entwicklern, ihre Dienste bei schlechter Internet-Anbindung zu testen und so Schwachstellen im Design aufzuspüren.

Als Hardware-Voraussetzung genügt dafür ein Raspberry Pi Modell B beliebigen Alters. Sogar die aus der ersten Modellreihe mit nur zwei USB-Ports und nur 512 MByte RAM, die sonst in den Elektroschrott wandern würden, sind für diesen Zweck völlig ausreichend. Neben Netzteil und einer mindestens 8 GByte großen Speicherkarte benötigen Sie noch einen USB-Ethernet-Adapter oder einen WLAN-Stick für die Clients, die am gedrosselten Netz betrieben werden sollen.

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