c't 7/2017
S. 29
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Server: Open Compute Project

Open Compute Project: Server mit 48-Volt- und ARM-Technik

Windows Server läuft bei Microsoft intern nun auch auf ARM-Prozessoren. Das gab Microsoft auf dem OCP Summit am Intel-Hauptsitz in Santa Clara bekannt. Wie etwa auch Google ist Microsoft Mitglied des 2011 von Facebook gestarteten Open Compute Project (OCP), das offene Spezifikationen für Cloud-Server erarbeitet. Die größten Cloud-Infrastrukturen betreiben jeweils mehr als 1 Million eigene Server und bündeln ihre Marktmacht.

Windows Server auf ARM: In diesem „Project Olympus“-Einschub steckt der Qualcomm Centriq 2400.

Microsoft stellte „Project Olympus“ vor: Es beschreibt Server, die in den Rechenzentren für Microsofts Azure-Cloud laufen sollen. Einen ersten Olympus-Server für Intels kommende Skylake-EP-Xeons hatte Microsoft schon Ende 2016 angekündigt. Nun folgte nicht nur einer mit dem nagelneuen AMD Naples, sondern auch welche mit ARM-Server-SoCs von Qualcomm (Centriq 2400) und Cavium (ThunderX2).

Der Centriq 2400 hat 48 ARMv8-A-kompatible „Falkor“-Kerne. Die Fertigung übernimmt Samsung, er soll der erste Serverprozessor mit 10-nm-Strukturen sein. Über die ARM-Version von Windows Server wird schon seit 2010 spekuliert; sie ist derzeit aber nur für die interne Nutzung bei Microsoft Azure gedacht – möglicherweise in Storage-Servern. Für letztere wurde auch ein JBOD spezifiziert, also ein Rack-Gehäuse für viele Festplatten, sowie ein Management-Modul für Project-Olympus-Racks. Microsoft kooperiert zudem mit Nvidia bei einem Rack-Einschub, der mehrere Tesla- oder FPGA-Rechenbeschleuniger aufnimmt.

Mit 48 Volt bis zur CPU: Auf 48v-Mainboards sitzen Point-of-Load-Wandler dicht bei den jeweiligen Verbrauchern. Bild: STMicroelectronics

STMicroelectronics berichtete derweil über neue Entwicklungen bei der 48-Volt-Technik, die Google 2016 zum OCP beigetragen hat. Dabei verwanden Netzteile im Rack die eingespeiste Wechselspannung in 48 Volt Gleichspannung, die über Stromschienen alle Server erreicht. Ebenfalls an den Schienen hängen USV-Module, die Unterbrechungen der 48-V-Speisung überbrücken. Der besondere Clou ist aber, dass auch sämtliche Mainboards mit 48 Volt arbeiten. Sogenannte Point-of-Load-(PoL-)Wandler setzen diese Spannung dann nahe beim jeweiligen Verbraucher in die jeweils geforderte Spannung um, bei Prozessoren etwa auf 0,8 bis 1,2 Volt mit 100 bis 200 Watt. Passende Wandler verkaufen außer STMicro etwa auch Maxim und Vicor. (ciw@ct.de)

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