c't 7/2017
S. 26
Test
GeForce GTX 1080 Ti
Aufmacherbild

Volle Kraft voraus

High-End-Grafikkarte GeForce GTX 1080 Ti

Nvidia präsentiert die GeForce GTX 1080 Ti als schnellste Single-GPU-Grafikkarte der Welt. Sie soll jedwedes 4K-Spiel mit maximaler Grafikqualität flüssig darstellen.

Nvidia löst sein bisheriges Grafikkarten-Spitzenmodell Titan X mit der neuen GeForce GTX 1080 Ti ab. Sie soll die ideale 4K- und VR-Spielerkarte sein, der auch in anspruchsvollen Spielen weder Rechenleistung noch Videospeicher ausgeht. Dafür sorgen ein hochgetakteter Pascal-Grafikchip mit 3584 Shader-Rechenkernen und satte 11 GByte GDDR5X-Speicher. Die GeForce GTX 1080 Ti unterstützt die 3D-Schnittstellen Direct3D 12_1, Vulkan 1.0 und OpenGL 4.5, universelle Berechnungen führt sie über CUDA 8 und OpenCL 1.2 aus. Nvidia verkauft sein Referenzmodell namens Founders Edition für 820 Euro und manche Partner-Hersteller haben bereits Varianten mit eigenen Kühlsystemen angekündigt. Wir haben die Founders Edition ins Labor geholt und durchgemessen.

Die GeForce GTX 1080 Ti stellt tatsächlich jedes aktuelle Spiel in 4K ruckelfrei dar. Selbst bei voller Detailstufe zeigt sie Spiele wie Rise of the Tomb Raider und GTA V in 4K mit knapp 60 fps an – auf Wunsch sogar mit vierfacher Multisampling-Kantenglättung. Ältere Titel wie Mordors Schatten laufen mit über 80 fps. Im Vergleich mit der GeForce GTX Titan X ist sie in den meisten Spielen ein paar Prozent schneller – spürbar ist das nicht.

In 3DMark Firestrike erreicht die 1080 Ti 19.680 Punkte, im DirectX-12-Test Time Spy schafft die Neue sehr gute 8231 Punkte. Auch bei Compute-, Raytracing und Tessellation-Aufgaben setzt sie sich an die Spitze aktueller Desktop-Grafikkarten.

Trotz ihrer hohen 3D-Leistung bleibt die GeForce GTX 1080 Ti vergleichsweise sparsam. Nvidia beziffert die maximale Leistungsaufnahme mit 250 Watt. Unsere Messapparatur protokollierte unter Last höchstens 248 Watt; folglich sollte man die 1080 Ti mindestens mit einem 500-Watt-Netzteil betreiben. Nach einer Weile konstanter Dauerlast drosselt die GPU ihre Taktfrequenz auf 1480 MHz – also ihren Basistakt. Der Turbo-Modus greift meist bei vergleichsweise kurzen Lastspitzen, steigt dann aber über die von Nvidia spezifizierten 1582 MHz auf bis zu 1911 MHz. Der kleine Radiallüfter dreht sich beim Spielen mit bis zu 2400 U/min und erzeugt 1,2 Sone – das ist noch erträglich. Nerviger ist das auftretende Spulenfiepen, das besonders bei hohen Bildraten hörbar ist – bei der Titan X beobachteten wir ein solches Verhalten nicht.

Im Leerlauf ist die GeForce GTX 1080 Ti sowohl im Ein- als auch im Mehrschirmbetrieb mit unter 0,1 Sone sehr leise. Mit einem angeschlossenen WQHD-Display schluckt die 1080 Ti 9 Watt, mit einem 4K-Display oder zwei Full-HD-Displays 11 Watt. Ab drei angeschlossenen Displays schnellt die Leistungsaufnahme auf 61 Watt hoch – mit vier Displays bleibt dieser Wert konstant. Entsprechend stieg auch die GPU-Temperatur von 36 auf 52 °C.

Tabelle
Tabelle: 4K-Spieleleistung

Die integrierte Video-Engine dekodiert H.264-, HEVC- und VP9-Filme in 4K mit bis zu 120 Hz; die maximale Bitrate beträgt 240 MBit/s beziehungsweise 320 MBit/s (HEVC, VP9). Beim HEVC-Format werden auch 10- und 12-Bit-Farbtiefen unterstützt – wichtig für die Wiedergabe von HDR-Filmen am PC.

Fazit

Die GeForce GTX 1080 Ti ist die derzeit schnellste Single-GPU-Grafikkarte – und ideal zum Spielen in 4K. Ihre Leistungsaufnahme hält sich in Grenzen und auch die Lautstärke ist in Anbetracht der Leistung vergleichsweise gering. (mfi@ct.de)

Kommentare lesen (1 Beitrag)