c't 8/2017
S. 24
News
Server & Storage

Erste SSDs mit 3D XPoint

Schneller Server-Speicher: Die Intel DC P4800X ist die erste SSD mit dem NAND-Nachfolger 3D XPoint.

Intel hat die ersten Optane-SSDs vorgestellt. Wohl um die Vielseitigkeit des Flash-Nachfolgespeichers 3D XPoint zu demonstrieren, gibt es zwei völlig unterschiedliche Modelle: Eine Server-SSD und ein Beschleuniger-Modul für Desktop-Systeme.

Die Datacenter-SSD DC P4800X wird zunächst mit 375 GByte Speicherkapazität und als PCIe-Karte im Server-Format (Half Height, Half Length) auf den Markt kommen; höhere Kapazitäten und U.2-Laufwerke folgen im Lauf des Jahres. Rund 1500 US-Dollar verlangt Intel für das 375-GByte-Modell; die ersten SSDs sollen noch im ersten Quartal ausgeliefert werden. Alle Modelle nutzen vier PCIe-3.0-Lanes.

Intel verspricht vor allem beim Zugriff auf zufällige Adressen hohe Werte: 550.000 IOPS soll die SSD beim Lesen liefern, beim Schreiben sind es 500.000 – letzteres liegt deutlich über den Werten üblicher SSDs mit NAND-Flash. Während solche SSDs hohe IOPS-Leistungen erst bei vielen gleichzeitigen Zugriffen (QD=32 oder höher) erreichen, soll die DC P4800X dies bereits bei einer Queue Depth von 12 tun. Beim Lesen und Schreiben soll die Zugriffszeit unter 10 µs liegen; für Anfragen unter hoher Last verspricht Intel eine bis zu 40-mal schnellere Reaktion als bei NAND-Flash. Insgesamt soll die DC P4800X eine Schreiblast von 12,3 PByte vertragen, das entspricht etwa 30 Drive Writes per Day (DWPD) im Lauf der Garantiezeit.

Intel sieht für den Einsatz im Rechenzentrum zwei Szenarien: Zum einen könnte eine Optane-SSD als schneller Cache für ein SSD-basiertes System dienen. Zum anderen bietet Intel eine kostenlose Middleware an, die vor dem Start des (virtualisierten) Betriebssystems geladen wird. Diese bildet aus DRAM und Optane-SSD einen sogenannten Memory Pool, der sich gegenüber dem später geladenen Betriebssystem als DRAM ausgibt. 3D Xpoint ist zwar langsamer als RAM, aber der Memory Pool fasst eben viel mehr Daten als das RAM alleine, wodurch manche Anwendungen schneller ablaufen.

Die Desktop-SSD mit 3D XPoint liefert Intel unter dem Label Optane Memory aus. Die als M.2-Modul gefertigte SSD soll vor allem Systeme beschleunigen, die mit einer Magnetfestplatte ausgestattet sind. Ein ähnliches Konzept liefern die Festplatten-Hersteller mit sogenannten Hybrid-Festplatten. Intel verspricht – unter anderem durch die mit 16 oder 32 GByte größeren Speicher – jedoch eine stärkere Beschleunigung; zudem würden auch Schreibzugriffe beschleunigt. Die M.2-SSDs sollen für 44 (16 GByte) beziehungsweise 77 US-Dollar (32 GByte) in den Handel kommen. (ll@ct.de)

Immersionskühlung für Standard-Server

In das Flüssigkühlsystem von Fujitsu passen normale Rack-Server mit insgesamt bis zu 30 kW Leistung.

Auf der CeBIT hat Fujitsu Vorserienmuster eines Flüssigkühlsystems für nur wenig modifizierte Standard-Rackserver gezeigt. Zwei dieser Wannen passen auf die Stellfläche eines gängigen Racks, jede stellt Einbauplatz für 16 Höheneinheiten (HE) bereit. Bis zu 30 Kilowatt (kW) Leistung kann die Immersionskühlung aus der Wanne abführen, also insgesamt bis zu 60 kW pro Rack – das ist mehr als das Doppelte, was normale Luftkühlung schafft. Das Liquid Immersion Cooling System zielt also auf extreme Hardware-Packungsdichten.

Preise und genaue Liefertermine nannte Fujitsu nicht, aber das System soll noch im Laufe des Jahres lieferbar sein. Außer den Wannen liefert Fujitsu auch ein Pumpsystem und ein Rückkühlungsmodul, durch das die von 3M gefertigte Spezialflüssigkeit aus der Serie Fluorinert zirkuliert. Es handelt sich dabei um inerte Fluorkohlenwasserstoffe mit meist niedrigem Siedepunkt. Einige Varianten bergen ein sehr hohes Treibhauspotenzial, Fluorinert FC-72 ist mit GWP 9000 beispielsweise 9000-mal schädlicher als die gleiche Menge Kohlendioxid. Fujitsu dichtet das Kühlsystem deshalb rundum ab. (ciw@ct.de)

HPE Synergy: Modulare Server-/Storage-Systeme

Die „Composable Infrastucture“ der HPE Synergy soll sich optimal an den Einsatzzweck anpassen.

Für Cloud-Rechenzentren und als hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) empfiehlt HPE die Synergy-Systeme, welche Server-Knoten, Storage und Netzwerk-Switches in gemeinsamen Rack-Chassis unter dem Fernwartungssystem OneView vereinen. HP Enterprise (HPE) spricht auch von „Composable Intrastructure“, die sich optimal an den vorgesehenen Einsatzzweck anpassen lässt. Letztlich bietet Synergy vor allem mehr Flexibilität als bisherige Blade-Maschinen, vor allem in Bezug auf die Storage-Konfiguration. In Zukunft will HPE – wie alle anderen Intel-Kunden auch – Skylake-SP-Xeons und 3D-XPoint-Speichermodule (Apache Pass) einsetzen. Künftige Synergy-Versionen sollen auch optische Interconnects erhalten, etwa um Memory-Pools schnell und variabel mit den Serverknoten zu verknüpfen. (ciw@ct.de)

Kommentieren