c't 8/2017
S. 63
Kurztest
Raspi-Klon

Stinker

Mit dem Tinker Board liefert Asus einen Raspi-Klon und viele Versprechen.

Aufmacherbild

Das Tinker Board wurde heiß erwartet, immerhin wirbt Asus mit Gigabit-Ethernet, 4K-Auflösung und 2 Gbyte Arbeitsspeicher. Dazu passt die Platine noch in die Gehäuse von Raspberry Pi 2 und 3.

Von der 4K-Unterstützung bleibt nicht viel übrig: Der Grafikprozessor kann höchstens Full-HD-Bilder berechnen, welche er auf 4K skaliert – bei 30 Hz. Falls die Auflösung des Monitors überhaupt erkannt wird: Bei mehreren Monitoren beharrte das Tinker Board auf 1024 × 768 als maximale Auflösung. Asus’ Debian-Derivat Tinker OS fehlen noch die Treiber zum Video-Decoding. HEVC und H.264-Videos ruckeln. Die Treiber will Asus nachliefern. Benchmark-Software wie Sysbench lieferte auf dem Board widersinnige Werte.

Der Rockchip 3288 SoC erhitzt sich im Betrieb sehr, trotz des großen Kühlkörpers. Immer wieder schaltete sich auch unvermittelt der Monitor ab. Nach einem Tastendruck war das Bild wieder da. An den Stromspareinstellungen des LXDE-Desktops lag dieses Verhalten nicht.

Einer der Lichtblicke ist die schnelle SD-Karten-Schnittstelle, durch die Programme für einen Einplatinencomputer ungewohnt schnell starten. Auf detaillierte Tests haben wir in Anbetracht der praktischen Unzulänglichkeiten des Betriebssystems verzichtet. Derzeit ist Tinker OS noch so unreif, dass man mit dem Board nicht viel anfangen kann. (mls@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Asus Tinker Board

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