c't 9/2017
S. 102
Hintergrund
Linux-Probleme beseitigen

Kratz dein Jucken

Kompatibilitätsprobleme von Linux nachhaltig beseitigen

Funktioniert Ihre Hardware unter Linux nur mit Tricks korrekt? Dann sagen Sie das den Kernel-Entwicklern, damit die das Problem an der Wurzel packen und aus der Welt schaffen. So verbessern Sie Linux und helfen anderen Anwendern.

Bei den Linux-Tests der Business-Notebooks (siehe S. 96) stießen wir beim Fujitsu Lifebook E547 auf ein Problem: Das Touchpad funktioniert erst nach Absetzen eines Kommandozeilenbefehls, der einen Kernel-Treiber dazu veranlasst, den Datenaustausch mit dem Touchpad per CRC gegen Übertragungsfehler abzusichern. Diese Notwendigkeit ist eine bekannte Eigenart einiger Lifebooks. Bei einer Reihe von Modellen aktiviert der Kernel die CRC-Kommunikation daher gleich automatisch: Anwender bekommen gar nicht mit, dass ihre Hardware eine Sonderbehandlung erfordert.

Das Touchpad des Fujitsu Lifebook E547 funktioniert erst nach Absetzen eines Kommandozeilenbefehls.

Damit das irgendwann auch beim E547 klappt, muss jemand den Linux-Kernel anpassen. Das ist gar nicht weiter schwer, daher haben wir das in die Wege geleitet. Das sollten Sie in ähnlichen Situationen ebenfalls tun. Damit helfen Sie sich und anderen, denn dadurch wird Linux besser: Mit zukünftigen Linux-Distributionen läuft die problematische Hardware dann sofort ohne manuelle Konfiguration. Solche Mithilfe aus Eigeninteresse ist eines der Dinge, die Linux groß gemacht haben; in der Open-Source-Welt läuft das unter dem Oberbegriff „scratch your own itch“ (kratz dein eigenes Jucken).

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