c't 9/2017
S. 17
News
Hardware

AMD-Treiber für 8K-Displays

Der aktuelle Grafiktreiber von AMD taugt für 8K-Monitore wie Dells UltraSharp UP3218K.

Der Radeon-Treiber Crimson ReLive 17.4.1 ermöglicht mit Grafikkarten der Serie Radeon RX 400 das Ansteuern von 8K-Displays. Dazu unterstützt er die Render-Techniken Asynchronous Spacewarp (ASW) von Oculus und Asynchronous Reprojection (ASR) von SteamVR.

ASW vergleicht bereits gerenderte Einzelbilder auf Bewegungsunterschiede und schätzt die künftige Position der jeweiligen 3D-Bildinhalte, um das Folgebild zu erzeugen. Das soll die Grafikkarte entlasten, Frame-Verluste verhindern und eine flüssige VR-Erfahrung gewährleisten. ASR soll Bild-Stottern bei vertikalen Kopfbewegungen beim Einsatz der VR-Brille HTC Vive verhindern. (mfi@ct.de)

Ryzen 5 1500X und 1600X im Kurztest

Seit dieser Woche sind auch billigere AMD-Ryzen-Prozessoren mit vier und sechs statt acht Kernen erhältlich. Die jeweils schnellsten Varianten Ryzen 5 1600X (6 Kerne, 3,6 GHz, 95 W TDP) und Ryzen 5 1500X (4 Kerne, 3,5 GHz, 65 W TDP) konnten wir bereits testen. Dafür erhielten wir von AMD das Mainboard MSI B350 Tomahawk, auf dem schon eine BIOS-Version mit der neuen AMD-Firmware Agesa 1.0.0.4. aufgespielt war. Diese verbessert die Speicher-Performance und behebt unter anderem einen Fehler in den Ryzen-Prozessoren, der zum Absturz bei hochoptimiertem FMA3-Code führte.

Im Rendering-Benchmark Cinebench R15 schneidet der Hexa-Core Ryzen 5 1600X (ca. 290 Euro) mit 1227 Punkten deutlich besser ab als der schnellste Intel-Vierkerner Core i7-7700K (4,2 GHz, 950 Punkte), welcher zudem 70 Euro mehr kostet. Gleiches gilt fürs Videokodieren mit Handbrake. In der Single-Thread-Wertung liegt jedoch der Core i7 dank des höheren Turbo-Takts von 4,5 GHz weiterhin vorne.

Für Gamer, die ein paar Euro bei der CPU sparen und diese stattdessen in die Grafikkarte investieren wollen, ist der Ryzen 5 1500X mit vier Kernen und SMT (Simultaneous Multithreading) für 215 Euro eine interessante Option: Er taktet lediglich 100 MHz langsamer als das Spitzenmodell Ryzen 7 1800 und der Hexa-Core Ryzen 5 1600X, erreicht bei 3D-Spielen aber die gleiche Bildrate.

Bei Multi-Thread-Anwendungen ist der Ryzen 5 1500X über 30 Prozent schneller als der 20 Euro preiswertere Core i5-7500 (4 Kerne, 3,4 GHz). Die Single-Thread-Leistung liegt gleichauf. (chh@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Benchmarks Ryzen 5

Maximale Performance: High-End-Grafikkarte Titan Xp

Nvidia hat sein bisheriges Grafikkarten-Flaggschiff Titan X durch ein noch schnelleres Modell ersetzt. Die Titan Xp genannte Karte wird von einem GP102-Grafikchip mit 3840 Shader-Rechenkernen angetrieben – der bisherige Titan-X-Chip enthielt nur 3584 Kerne. Außerdem erweitert Nvidia den GDDR5X-Speicher von 11 auf 12 GByte und erhöht die Transferrate von 480 auf knapp 548 GByte/s.

Mehr 3D- und Rechen-Performance bietet derzeit keine Single-GPU-Grafikkarte. Zugeschnitten ist die Titan Xp auf ultrahohe Auflösungen wie 4K und 5K. Entsprechende Displays befeuert sie über nur ein DisplayPort-1.4-Kabel mit 60 Hz – selbst 8K klappt über ein Kabel, allerdings nur mit 30 Hz. Alternativ reduziert man die Farbabtastung auf YUV 420, dann klappts auch mit 8K und 60 Hz über einen einzigen DisplayPort.

Die maximale Leistungsaufnahme gibt Nvidia mit 250 Watt an. Der Grafikchip darf dabei bis zu 96 °C heiß werden. Damit die Karte anläuft, muss man sie über einen sechs- und einen achtpoligen PCIe-Stecker mit dem Netzteil verbinden.

Nvidia stellt für die Titan Xp auch macOS-Treiber in Aussicht. Das passt zu Apples Ankündigung, künftig einen „komplett neu gedachten“ Mac Pro mit modularem Design anzubieten. Nvidia verkauft die Titan Xp über die eigene Website für 1359 Euro. (mfi@ct.de)

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