c't 1/2018
S. 30
News
Apple

All-in-One-Workstation iMac Pro

Der iMac Pro hat ein 27-Zoll-Display mit 5K-Auflösung, eine Xeon-W-CPU mit 8 bis 18 Kernen und 32 bis 128 GByte ECC-RAM.

Apple will ab Januar 2018 seine All-in-One-Workstation iMac Pro mit 27-Zoll-Retina-Display, Xeon-W-CPU sowie 32 bis 128 GByte Speicher ausliefern. Je nach Ausstattung kostet die Workstation knapp 5500 bis 15.500 Euro; Vorbestellungen nimmt Apple seit Mitte Dezember an. Damit bringt Apple vier Jahre nach dem Mac Pro ein neues Modell für den Profi-Markt.

Das 16:9-Display im iMac Pro hat eine Auflösung von 5120 × 2880 Pixeln. Die Bilder liefert der Grafikchip AMD Radeon Vega 56, der 8 GByte HBM2-Speicher nutzt. Über vier Thunderbolt-3-Buchsen lassen sich vier externe 4K-Displays oder zwei 5K-Displays anschließen. Für 720 Euro Aufpreis gibt es eine Radeon Vega 64 mit 16 GByte.

Der Intel Xeon W entspricht bis auf den ECC-Speichercontroller dem High-End-PC-Prozessor Core X. Der 10-Kerner kostet 960 Euro Aufpreis, für die 14- und 18-Kerner will Apple 1920 respektive 2880 Euro zusätzlich. Die standardmäßige SSD fasst 1 TByte; für 2 oder 4 TByte sind Aufpreise von 960 oder 3360 Euro fällig.

In der Grundausstattung sind 32 GByte DDR4-2666-RAM mit Error Correction Code (ECC) als Schutz vor den häufigsten Bitfehlern an Bord. Die Ausbaustufen 64 und 128 GByte kosten 960 beziehungsweise 2880 Euro Aufpreis.

Tastatur und Maus legt Apple im passenden Design bei. An externen Schnittstellen sind neben Thunderbolt 3 ein 10-Gigabit-Ethernet-Port mit NBase-T (also 2,5 und 5 GE), WLAN, ein SDXC-Kartenleser sowie vier USB-3.0-Ports integriert. Die Kamera hat Full-HD-Auflösung und es gibt vier Mikrofone und zwei Lautsprecher.

Ein neuer Sicherheits-Chip namens Apple T2 sichert den Bootvorgang ab und verschlüsselt Daten auf der internen SSD. Apple betont, dass dem iMac Pro noch ein neuer Mac Pro folgen soll. (ciw@ct.de)

Kritik wegen Software-Zensur

Getilgt aus dem chinesischen App-Store: alle Apps der New York Times, Skype und fast 700 VPN-Apps

Nachdem Apple-Chef Tim Cook auf der Internetkonferenz der chinesischen Regierung eine Rede gehalten hat, muss er erneut Kritik für die Aktivitäten seines Unternehmens in China einstecken. Der demokratische Senator Patrick Leahy ermahnte den Konzern erneut, dass „IT-Konzerne wie Apple sowohl die Chance als auch eine moralische Pflicht“ hätten, sich für freie Meinungsäußerung und andere Grundrechte in den Ländern einzusetzen, die diese Rechte routiniert verweigern. Der republikanische Senator Marco Rubio setzte noch eins drauf: Der Konzern wolle den Zugang zum chinesischen Markt „so verzweifelt behalten“, dass er Gesetzen folge, „selbst wenn diese den eigenen Standards zuwiderlaufen.

Leahy hatte Apple schon wegen des Rauswurfs von VPN-Apps aus dem chinesischen Teil von Apples App Store scharf kritisiert und dem Konzern Zensurbeihilfe vorgeworfen. Der iPhone-Konzern hatte bereits im Dezember 2016 die App der New York Times aus dem chinesischen Store verbannt. Das dürfte aber nur ein Probelauf gewesen sein. Im Sommer 2017 folgte Apple der chinesischen Regierung und tilgte fast 700 VPN-Apps aus dem Store. Im Oktober mussten auch Skype und andere VoIP-Dienste weichen – vermutlich, weil sie die Kommunikation verschlüsseln und so die Kontrolle erschweren.

Cook verteidigt Apples Engagement in China. Es sei besser, weiter auf dem Markt präsent zu bleiben, indem man sich an die lokalen Gesetze hält, auch wenn man damit nicht übereinstimme. Er habe die große Hoffnung und sei sehr optimistisch, dass „manche der Dinge, die zurückgezogen wurden, wieder zurückkehren“, erklärte Cook.

China gehört zu Apples größten Märkten und könnte nach Ansicht von Cook eines Tages sogar größer als der Heimatmarkt USA werden. Derzeit ist China Apples drittgrößter Markt hinter Amerika und Europa. Der Umsatz dort stieg in den drei Monaten des letzten Quartals um 12 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar. (dz@ct.de)

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