c't 1/2018
S. 23
News
Hardware

AMD Secure Processor manchmal abschaltbar

Beim Asrock-Mainboard AB350M Pro4 bringt die BIOS-Version 4.10 die Option „BIOS PSP Support“ im BIOS-Setup.

Bei einigen Mainboards für AMD Ryzen ergänzen Updates das BIOS-Setup um die Option „BIOS PSP Support“. PSP steht für Platform Security Processor, den AMD mittlerweile „AMD Secure Technologie“ nennt. Ein im Prozessor integrierter Mikrocontroller vom Typ ARM Cortex-A5 mit TrustZone realisiert dabei Funktionen wie ein Trusted Platform Module (fTPM 2.0), das Microsoft für Windows-10-PCs mit Windows-Logo fordert.

Zu den Boards mit der neuen BIOS-Version gehörte kurzzeitig das Asrock AB350M Pro4; das BIOS-Update trug die Versionsnummer 4.10, ist aber von der Support-Webseite wieder verschwunden. Was das Abschalten des „BIOS PSP Support“ bewirkt, ist weitgehend unklar, weil AMD den Funktionsumfang des PSP ebenso wenig öffentlich dokumentiert wie Intel den der Management Engine.

Der Hilfetext im BIOS-Setup des AB350M Pro4 erklärt nur, dass das fTPM dann nicht mehr funktioniert. Im Text ist aber auch die Rede von „C2P/P2C Mailbox, Secure S3“. Für diese Begriffe kennen wir keine Dokumentation.

Das Asrock AB350M Pro4 kam in unserem Ryzen-3-Bauvorschlag aus c’t 26/2017 (Seite 80) zum Einsatz; es arbeitet mit BIOS-Version 4.10 problemlos. Auf Reddit berichten aber Besitzer des AB350M Pro4 über Probleme nach dem BIOS-Update. (ciw@ct.de)

Nvidia Titan V: Höchstleistung für 3100 Euro

Die Titan V ist die erste Grafikkarte mit Volta-100-Grafikchip. Bisher gab es damit nur Rechenkarten ohne Grafikausgänge. Bild: Nvidia

Mitte Dezember hat Nvidia eine neue Variante seiner High-End-Grafikkartenserie Titan aus dem Hut gezaubert: die Titan V. Das V steht dabei für die im Mai 2017 vorgestellte Volta-Architektur – Volta-Grafikchips gab es bisher nur auf teuren Server-Rechenkarten (Tesla V100). Die Titan V ist in erster Linie für Render- und KI-Berechungen gedacht, eignet sich aber auch zum Spielen. Allerdings werden wohl nur vergleichsweise wenige Spieler tatsächlich die geforderten 3100 Euro ausgeben wollen.

Die aus 21 Milliarden Transistoren bestehende GV100-GPU enthält 80 Streaming-Multiprozessoren mit insgesamt 5120 Shader-Rechenkernen auf einer Chipfläche von 815 mm2. Die Kerne laufen mit 1200 MHz und dürfen sich – sofern GPU-Temperatur und Leistungsaufnahme unter festgelegten Grenzwerten bleiben – unter Last auf bis zu 1455 MHz beschleunigen. Damit führt die Titan V theoretisch bis zu 14,9 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde (TFlops) bei einfacher Genauigkeit durch – rund 30 Prozent mehr als Nvidias bisheriges Consumer-Spitzenmodell GeForce GTX 1080 Ti.

Neben den herkömmlichen Shader-Kernen enthält die GPU noch 640 Spezialkerne für KI-Berechnungen, die beim Training und Inferencing neuronaler Netze eine Rechenleistung von bis zu 110 TFlops erreichen sollen, allerdings nur eingeschränkt programmierbar sind. Im Vergleich zur Tesla V100 setzt Nvidia bei der Titan V 12 statt 16 GByte HBM2-Speicher ein, der mit „nur“ 3072 statt 4096 Datenleitungen angebunden ist und somit 653 GByte/s statt 900 GByte/s erreicht.

Die Titan V nimmt wie die GeForce GTX 1080 Ti bis zu 250 Watt elektrische Leistung auf; Nvidia empfiehlt zum Betrieb ein 600-Watt-Netzteil mit je einem sechs- und achtpoligen PCIe-Stecker. (mfi@ct.de)

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