c't 2/2018
S. 36
News
Verbraucherschutz

Fragebogen gegen WAP-Abzocker

Am WAP-Billing verdienen Mobilfunkanbieter kräftig mit. Für WAP-Abzocker soll es nun deutlich schwieriger werden.

Jeder achte Mobilfunkkunde war schon Opfer von WAP-Abzockern – jetzt ruft die Bundesnetzagentur Unternehmen, Fachkreise und Verbraucherverbände dazu auf, anhand eines langen Fragenkatalogs eine Stellungnahme zum Thema abzugeben. Auch Einzelpersonen können sich melden. Das in der Mitteilung 679 des Amtsblatts 24 genannte frühe Ende der Einsendefrist am 28. Februar ist ein Indiz dafür, dass der darauf folgende Anhörungsprozess schnell entsprechende Verfügungen zum Schutz von Verbrauchern nach sich ziehen soll.

Seit einigen Jahren liegen der Bundesnetzagentur vermehrt Beschwerden über nicht nachvollziehbare Abrechnungen von Leistungen Dritter vor, allerdings fehlte im Telekommunikationsrecht eine Handhabe dagegen. Durch eine Neuregelung im Telekommunikationsgesetz kann die Bundesnetzagentur je nach Ausgang der Fragebogenaktion einheitliche Regelungen festlegen, um Kunden vor ungewollten Drittanbieterabrechnungen zu schützen. Eine technische Möglichkeit wäre beispielsweise eine Zwangsumleitung auf eine Seite des Mobilfunkanbieters (Redirect), um Kunden klar anzuzeigen, dass mit einem Antippen des Bestell-Buttons eine Zahlungspflicht ausgelöst wird. Bislang blieb Kunden vorbeugend nur die pauschale Einrichtung einer kostenlosen sogenannten Drittanbietersperre. Sie sperrt aber auch erwünschte Dienstleistungen, etwa spezielle Hilfstelefonnummern für Spenden und die Zahlung von Kleinbeträgen per Smartphone.

Das so oft missbrauchte WAP-Billing war ursprünglich als Bezahlschnittstelle für Kleinbeträge konzipiert. Viele Smartphone-Nutzer haben bei Spielen oder beim Surfen ohne ihr Wissen mit einem Klick unbemerkt einen Bezahlbutton ausgelöst, meist mit kostenpflichtigen Abos verbunden. Oft genug war dieser Bezahlbutton von Bildern oder Texten überlagert. Mobilfunkanbieter schlugen sich in der Vergangenheit auf die Seite der Abzocker und verwiesen Kunden, die sich beschwerten, an die sehr schlecht recherchierbaren Abzocker. Immerhin gab es bereits 2015 ein Urteil des Landgerichts Potsdam gegen diese Praxis. (mil@ct.de)

Kommentieren