c't 6/2018
S. 39
News
Forschung

Nanobots veröden Tumorzellen

Neue Krebs-Therapie durch DNA-Origami

Nanoroboter der Arizona State University machen sich im Körper auf die Suche nach Krebstumoren und verstopfen diesen systematisch die Blutzufuhr. An Mäusen bekämpften die Nanobots bereits erfolgreich Tumore und sogar Metastasen.

Mit einem DNA-Adapter für ein spezifisches Eiweiß spürt der Nanobot Krebszellen auf, entfaltet sich räumlich und setzt das eingeschlossene Blutgerinnungsmittel frei. Bild: Arizona State University

Was kann ein kleiner Nanobot tun, um Krebszellen wirksam zu bekämpfen? Er kann ihre Blutversorgung mit einem Pfropfen zusetzen, sagen Forscher der Arizona State University (ASU). Und ihre Forschungen an Säugetieren zeigen ermutigende Resultate; nicht nur die eigentlichen Krebstumore, zum Teil wurden sogar bereits gestreute Metastasen von einer Vielzahl der Nanobots wirkungsvoll angegriffen.

Die Entwicklung der heilenden molekularen Maschinen gelang den US-Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit Forschern des National Center for Nanoscience and Technology (NCNST) in Peking. „Wir haben damit das erste autonome DNA-basierte Nanorobotersystem für eine zielgerichtete Krebstherapie entwickelt“, sagt Hao Yan, ASU-Forscher und Leiter des dortigen Biodesign Institute. „Diese Technik kann gegen ganz unterschiedliche Krebsarten eingesetzt werden, da die Blutgefäße, die die Krebszellen ernähren, gleich aufgebaut sind.“ In den Tests der Forscher trugen die Versuchstiere Tumore mit menschlichem Brust-, Haut-, Eierstock- sowie Lungen-Krebsgewebe, die die Nanobots dann gezielt angriffen.

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