c't 9/2018
S. 26
News
Künstliche Intelligenz

Abgetaucht

Nach dem Uber-Unfall: Nvidia zieht sich ins Simulacrum zurück

Die Realität ist Nvidia nach dem tödlichen Uber-Unfall zu gefährlich geworden. Auf seiner Hauskonferenz GTC stellte der Prozessor-Hersteller ein neues Rechenmonster vor, das künftige Tests seiner autonomen Autos in Simulationen verbannen soll.

Albert Hammond singt in einem seiner bekanntesten Songs „It never rains in Southern California“. Und so schien auch Ende März die warme Sonne über San Jose, wo Nvidia zu seiner Hauskonferenz GTC lud, um die neuesten Fortschritte bei den Grafikprozessoren vorzustellen. Zwar macht Nvidia noch immer mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Grafikkarten für PC-Gamer, in den 500 Vorträgen ging es jedoch primär um die neuen Shooting-Stars im Silicon Valley: KI und Deep Learning.

16 V100-GPUs rechnen in Nvidias neuem Server-Flaggschiff DGX-2. Sie sollen künftig das Training von KI-Systemen für autonome Fahrzeuge und andere Deep-Learning-Aufgaben beschleunigen.

Doch über der Branche ziehen dunkle Wolken auf: Nach den tödlichen Unfällen autonomer Fahrzeuge bei Uber und Tesla treten die Entwickler auf die Bremse. So gab Nvidia bekannt, dass man die Tests mit der eigenen Flotte autonomer Autos auf öffentlichen Straßen erst einmal einstellen werde. Uber trainiert seine KI wie nahezu alle großen Hersteller mit GPUs von Nvidia. Zwar nutzt Uber dazu seine eigene Software und nicht Nvidias Modelle, man will aber auf Nummer sicher gehen und das eigene System überprüfen. Der Aktienkurs von Nvidia brach daraufhin über zehn Prozent ein. Ubers Unfall bremst den bisherigen Höhenflug der gesamten Branche.

Kommentieren