c't 1/2018
S. 20
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AVM-Labor: Let’s Encrypt und flotteres NAS

AVMs Fritzbox 7490 kann mit der Beta-Firmware 48254 Zertifikate bei Let’s Encrypt anfordern und automatisch vor Ablauf erneuern.

Die im Dezember im „Labor“ erschienene Beta-Firmware 48254 für die Fritzbox 7490 enthält eine optionale Anbindung an den kostenlosen Zertifikatsdienst Let’s Encrypt. Das soll den sicheren Fernzugriff erleichtern, weil Browser dann kein selbsterstelltes Zertifikat mehr bemängeln. So kann man laut AVM leichter Dateien wie etwa Urlaubsfotos für Freunde bereitstellen, ohne auf einen Cloud-Dienst unter fremder Regie zurückgreifen zu müssen.

Let’s Encrypt ist einfach per Klick auf der Konfigurationsseite im Browser zu aktivieren, wofür die Fritzbox bei AVMs Dyndns-Dienst myfritz.net registriert sein muss. Voraussichtlich kommt diese Verbesserung nebst weiteren bis Weihnachten auch für das aktuelle Topmodell Fritzbox 7590. Leider kann man bei der Zertifikatsanforderung zusätzlich zu dem an die Box gebundenen individuellen myfritz-Namen (noch) keine eigenen Domainnamen einschließen. Das Let’s-Encrypt-Zertifikat ist für 90 Tage gültig, die Fritzbox soll es automatisch kurz vor Ablauf aktualisieren.

Wer die Fritzbox mit einer USB-Festplatte als NAS-Ersatz betreibt, dürfte sich über eine Detailverbesserung für NTFS und EXT4 freuen. Mit der Labor-Firmware 48254 kletterte in unserem Versuch der Schreibdurchsatz auf ein Windows-Share gegenüber der Firmware 6.92 bei beiden Dateisystemen um die Hälfte. Nun flossen immerhin 12 statt 8 MByte/s. Mit FTP ergab sich nur beim Lesen von NTFS eine Steigerung (27 statt 19 MByte/s).

Zwar wird aus der 7490 kein NAS-Rennpferd, aber das Schreiben großer Dateien ist deutlich früher beendet. Tritt der Effekt bei anderen Boxen in gleicher Höhe auf, dann sollte der NTFS-Schreibdurchsatz bei der 7590 auf 25 (SMB) beziehungsweise 33 MByte/s (FTP) klettern. Bedauerlicherweise hat AVM bei der Gelegenheit nicht auch den Samba-Server selbst renoviert: Es läuft immer noch die acht Jahre alte Version 3.0.37, die nur das anfällige Protokoll SMB1 anbietet. (ea@ct.de)

Time Sensitive Networking über Ethernet

Die PCI-Express-Netzwerkkarte Kontron PCIE-0400-TSN soll helfen, proprietäre Feldbusse in der Industrie durch Ethernet zu ersetzen.

Mit mehreren Erweiterungen im Netzwerkstandard IEEE 802.1 soll Ethernet fähig werden, Zeitschranken bei der Frame-Zustellung garantiert einzuhalten. Solch deterministisches Verhalten ist beispielsweise für Echtzeitanwendungen in der Industrie wichtig, damit Produktionsstraßen nicht aus dem Takt geraten. Für dieses Time Sensitive Networking stellt der Industrie-PC-Spezialist Kontron die Karten PCIE-0200-TSN beziehungsweise PCIE-0400-TSN mit 2 oder 4 Gigabit-Ethernet-Ports vor.

Die PCI-Express-2.0-Karten für einen x8-Slot unterstützen die Norm-Erweiterungen IEEE 802.1as (Timing and Synchronization), Qbv (Traffic Scheduling, Qbu (Frame Preemption) und Qcc (Stream Reservation Enhancements). Weitere Funktionen sollen später per Firmware-Update für den Kernbaustein – einen Intel/Altera-FPGA Cyclone V – folgen. (ea@ct.de)