c't 11/2018
S. 168
Praxis
Windows-Updates deinstallieren
Aufmacherbild

Mit der Brechstange

Störrische Windows-Updates wieder deinstallieren

Eigentlich sollen Windows-Updates Probleme lösen, doch gelegentlich passiert halt mal das Gegenteil. Dann kann es ziemlich aufwendig sein, ein Update wieder loszuwerden – schlimmstenfalls bleibt nur der Griff zum Rettungsmedium.

Die meisten Windows-Updates tun das, was sie sollen, doch manchmal passiert es eben doch und sie lösen keine Probleme, sondern verursachen stattdessen neue. Im März diesen Jahres beispielsweise beeinträchtigten zwei Updates die Netzwerkfunktionen von virtuellen Maschinen, im November letzten Jahres legte ein Update Nadeldrucker lahm. Manchmal – zum Glück noch seltener – passiert sogar ein GAU, so wie Anfang des Jahres: Da beschädigte ein Update, welches Microsoft im Zuge der Meltdown-/Spectre-Bekanntwerdung veröffentlichte, Windows-10-Installationen auf PCs mit sehr alten AMD-Prozessoren so sehr, dass das Betriebssystem nicht mehr startete. Im März letzten Jahres legte ein Update Unternehmensrechner lahm, die die Updates über einen lokalen WSUS-Server bezogen. Letztlich ist aber egal, ob ein Update kleine oder große Probleme auslöst und dass meist nur kleinere Nutzergruppen betroffen sind. Denn für jeden, den es trifft, ist es trotzdem ärgerlich.

Dieser Artikel beschreibt, auf welchen Wegen Sie störrische Updates bei Bedarf wieder loswerden – hoffentlich jedenfalls, denn eine Garantie für das Gelingen gibt es nicht – es ist ja durchaus denkbar, dass das Update auch die Mechanismen zum Deinstallieren irreparabel beschädigt hat. Dann funktionieren die nachfolgenden Deinstallations-Tipps womöglich nicht mehr und Sie kommen um das Zurückspielen eines Backups oder, falls kein Backup vorhanden ist, um eine Neuinstallation nicht herum.

Eines aber vorweg noch in aller Deutlichkeit: Auch wenn jedes Windows-Updates potenziell selbstverständlich das Risiko birgt, dass nach dem Einspielen Probleme auftreten, ist es trotzdem unerlässlich, es erst mal einzuspielen. Denn Updates lösen Probleme, die Sie zu diesem Zeitpunkt bereits haben. Anders formuliert: Ja, das Einspielen von Updates kann in Ausnahmefällen Probleme verursachen, aber ohne das Einspielen haben Sie noch viel mehr Probleme.

Erste Schritte

Bevor es losgeht, ist erst einmal einiges herauszufinden. Das Wichtigste: Ist wirklich ein Update schuld an den aktuellen Schwierigkeiten oder vielleicht doch etwas anderes? Denn die Erfahrung lehrt, dass die meisten Probleme eben doch nicht von Updates verursacht werden. Selbst ein zeitlicher Zusammenhang ist kein Beweis, denn manche Probleme treten erst nach einem Neustart auf, und bei den meisten Windows-Rechnern gibt es den nur noch einmal im Monat nach dem Einspielen der am Patchday erschienenen Updates, weil der PC sonst nur in einen Energiesparmodus geht. Ein für jedermann sicherer Hinweis auf die Schuld eines Updates sind Berichte über entsprechende Probleme beispielsweise in c’t oder auf heise online. Bei der Gelegenheit noch der Hinweis: Nur weil es Berichte gibt, dass ein Update Probleme verursacht, sollten Sie es dennoch nicht gleich deinstallieren. Machen Sie das nur, wenn die beschriebenen Probleme bei Ihnen auch wirklich auftreten.

Kommentieren