c't 11/2018
S. 48
Kurztest
WLAN-Router

Designerstück

Wer seinen WLAN-Router zur Schau stellen will, hat mit dem Asus Blue Cave leichtes Spiel. Wir haben lieber auf die Performance geguckt.

Aufmacherbild

Asus verlässt das öde Einerlei der schwarzen Kisten mit Antennengeweih: Den Blue Cave muss man nicht verstecken, er geht als Designelement im Wohnzimmerregal durch. Auch technisch ist er aktuell: flottes Dualband-WLAN mit 4 MIMO-Streams und innenliegenden Antennen, das erfreulicherweise dank DFS das ganze 5-GHz-Band nutzen kann, rückseitig die üblichen 4 Gigabit-LAN-Ports und ein USB-3.0-Anschluss für Massenspeicher oder Drucker. An den ebenfalls dort sitzenden WAN-Port schließt man ein externes Modem an, über das der Router den Internetzugang aufbaut.

Mit dem Browser-Assistenten in der Firmware 3.0.1.4.383 war das Gerät an herkömmlichen xDSL-Anschlüssen (PPPoE) und in einer Routerkaskade (DHCP) problemlos zu konfigurieren. Bei der Telekom-VDSL100-Variante mussten wir dem Setup-Helfer an passender Stelle unter die Arme greifen (manuelle Einstellung, Spezielle Anforderungen, ISP-Profil manuell). Anschließend sind manuell noch IPv6 zu aktivieren und die Sommerzeit-Umschaltpunkte zu korrigieren. Die NAT-Performance beim Datenumschlag zwischen Internet und (W)LAN genügt auch für die nächste xDSL-Generation (siehe Tabelle).

Multicast-IPTV (Telekom Entertain) bekamen wir in dieser Konstellation indes nicht zum Laufen: Beim Aktivieren des fürs Telekom-VDSL nötigen VLAN-Taggings wird der IGMP-Proxy, der MC-IPTV ins LAN weiterleitet, zwangsweise abgeschaltet. In einer Router-Kaskade ließ sich der Proxy zwar aktivieren, aber das Bild ruckelte im LAN immer wieder; im WLAN lief der Multicast-Stream trotz aktivierten IGMP-Snoopings erst gar nicht an. Auch das Weiterreichen von IPv6-Subnetzen per DHCP-PD an nachgeschaltete Router funktionierte im Test nicht.

Im Vergleich zu einer Fritzbox 7580 zeigte der Blue Cave bessere WLAN-Performance gegen ein Acer-Notebook V13 (WLAN: QCA6174). Wie bei den WLAN-Mesh-Kits messen wir nun mit automatischer Kanalbreite auf 2,4 GHz. Auf kurze Distanz erreichten beide Geräte den gleichen Durchsatz (184 zu 186 MBit/s auf 2,4 GHz, 367 zu 342 MBit/s auf 5 GHz). Über 20 Meter durch Wände zog der Asus-Router im 2,4-GHz-Band schon leicht davon (Bestfall 134 zu 118 MBit/s), aber auf 5 GHz erst recht (224 zu 124 MBit/s). Anscheinend hat Asus mit der internen Antennenpositionierung einiges richtig gemacht.

Als NAS-Ersatz sollte man vom Blue Cave nicht viel erwarten: Erstens gibt es keine brauchbare Nutzerverwaltung mit individuellen Konten, weswegen die AiDisk-Funktion ohnehin nur für den Familiendatentümpel taugt. Zweitens maßen wir je nach Partitionstyp (FAT32, NTFS, EXT4) beim Schreiben einer 1,2 GByte großen Datei auf eine Windows-Freigabe nur zwischen 13 und 16 MByte/s; beim Lesen waren es durchgängig 39 MByte/s. Der Zugriff per FTP war immerhin halb so lahm.

Wer „einfach nur Internet“ braucht, das aber flott, der macht mit dem Blue Cave wenig falsch. Doch wenn Spezialitäten wie Multicast-IPTV oder IPv6-Subnetting wichtig sind, dann läuft Asus weiter AVM hinterher. (ea@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Asus Blue Cave

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