c't 12/2018
S. 58
Test
VR-Headset Oculus Go
Aufmacherbild

Günstig eintauchen

Autarkes VR-Headset Oculus Go

Auspacken, aufsetzen, eintauchen: Die Virtual-Reality-Brille Oculus Go kommt ohne eingestecktes Handy oder angeschlossenen PC aus. Das Außergewöhnlichste ist aber der niedrige Preis von 220 Euro.

Jetzt wills Facebook wissen: Nachdem die Verkaufszahlen der PC-VR-Brille Rift von Facebook-Tochter Oculus eher enttäuschend ausfielen, soll nun ein preisgünstiges Headset die Massen für virtuelle Realitäten begeistern. Nur 220 Euro muss man für das Komplett-Paket aus kabelloser, autarker Brille und Controller auf den Tisch legen. Display und Android-System sind eingebaut, man muss also kein Smartphone einstecken oder einen PC anschließen. Viel dürfte Facebook an der Oculus-Go-Hardware nicht verdienen – womöglich legt das Unternehmen sogar drauf, wenn man bedenkt, dass ähnliche Geräte wie die Vive Focus (Test in c’t 11/18) fast dreimal so teuer sind.

Aus rein technischer Sicht ist die Oculus Go nicht sonderlich beeindruckend. Sie bietet ein ähnliches VR-Erlebnis wie eine GearVR-Halterung mit eingestecktem Samsung-Smartphone – inklusive der gleichen Apps; die Go nutzt dieselbe Software-Plattform wie die Oculus-Samsung-Gemeinschaftsproduktion Gear VR. Im Vergleich zu anderen Android-basierten VR-Mobil-Ökosystemen (Google Daydream, Pico, Vive Wave) hat Oculus in Sachen Softwareangebot mit großem Abstand die Nase vorn: Angeboten werden rund 1000 unterschiedliche Apps, viele davon qualitativ sehr hochwertig. Zum Beispiel die tolle Netflix-App, mit der man sich in einem virtuellen Wohnzimmer auf einem riesigen Fernseher durch die Netflix-Bibliothek wühlen kann. Außerdem gibt es Hunderte von Spielen, von denen viele über mehrere Stunden fesseln können – unsere Tipps sind Catan VR, Lands End, Virtual Virtual Reality und der VR-Klassiker Darknet. Sehr schön auch: Virtuelle Treffen mit anderen Oculus-Besitzern im eigenen „Room“.

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