c't 13/2018
S. 148
Hintergrund
Windows-Editionen
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Inflation der Editionen

Über die scheinbar simple Frage, wie viele Ausgaben von Windows 10 es gibt

Mit dem Wissen über die Anzahl unterschiedlicher Windows-10-Editionen wird man im (Familien-)Admin-Alltag zwar nur selten Probleme lösen können, doch taugt es prima für die nächste Quiz-Party oder zum Protzen mit unnützem Nerd-Wissen. Also versuchen wir das mal aufzudröseln.

Los ging es mit Windows XP, dem gemeinsamen Nachfolger von Windows 9x und 2000: Erstmals veröffentlichte Microsoft eine neue Windows-Version in verschiedenen Editionen, nämlich als „Home-Edition“ und als „Professional“. Der Unterschied: „Professional“ konnte mehr, kostete aber auch mehr. Daher installierten die meisten PC-Hersteller die auch für sie günstigere „Home-Edition“ vor und die Nutzer saßen anschließend vor einem funktionsbeschränkten Betriebssystem. Um auf so einem PC die eigentliche Vollversion „Professional“ nutzen zu können, musste man also eine zusätzliche Windows-Lizenz erwerben. Das fanden die Nutzer zwar doof, aber Microsoft wegen der Aussicht auf Zusatzeinnahmen umso toller.

Außerdem bot das Erfinden von Editionen Microsoft mal wieder die Chance, den Hang zur kreativen Nutzerverwirrung auszuleben: Was unter XP noch Home-Edition hieß, wurde bei Windows Vista und 7 in Home Premium und Home Basic aufgeteilt, um dann bei 8 und 8.1 zwar wiedervereinigt zu werden, aber gar keinen Namen mehr abzubekommen (sondern nur die interne Bezeichnung „Core“) und bei Windows 10 dann schlicht als „Home“ verkauft zu werden. Worauf man auch erst mal kommen muss: XP Professional bekam mit Vista Ultimate und Enterprise gleich zwei Nachfolger. Heute bei Windows 10 sind daraus Enterprise und Education geworden – was übrigens auch bedeutet, dass Windows 10 Pro trotz des ähnlichen Namens kein Nachfolger von XP Professional ist.

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Schon wieder weg: Eine Zeitlang gab es eine Edition namens Windows 10 S. Die konnte nur Apps aus dem Store ausführen und war auch sonst ziemlich stark beschnitten.