c't 13/2018
S. 82
Hintergrund
Linux erfindet sich neu: Grafikstack
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Wayland: Geradliniger und sicherer Grafikstack

Bei Unix sind X-Server seit jeher Basis grafischer Bedienoberflächen. Linux geht dieser Tradition jetzt mit der „Wayland Display Architecture“ an den Kragen. Distributionen bekommen dadurch nicht nur ein zeitgemäßes, sondern auch zukunftsweisendes Grafiksystem.

Wichtige Entwickler der Linux-Welt sind sich schon lange einig: Distributionen brauchen modernere Technik für grafische Bedienoberflächen. Derzeit bilden dort X11-Protokoll und X-Server den Dreh- und Angelpunkt. Beide sind älter als Linux selbst und weisen viele bekannte Schwächen auf. Seit über zehn Jahren arbeitet die Linux-Welt daher auf etwas Besseres hin: Wayland. Das tritt nach trägem Start gerade zum Siegeszug an, denn immer mehr Distributionen befördern es zum Standard.

Wayland erhält zugleich starke Rückendeckung von den beiden wichtigsten Desktop-Umgebungen. Es verspricht die Performance zu verbessern, indem es Overhead reduziert und Anwendungen mehr Kontrolle gibt. Die Desktop-Entwickler können dadurch endlich ein paar überfällige Features leichter implementieren – darunter einige, die für besonders hochauflösende Bildschirme wichtig sind. Wayland verspricht zudem eine zeitgemäße Sicherheitsarchitektur, wie sie Usus bei Android ist und mit X-Servern niemals zu implementieren gewesen wäre.

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