c't 14/2018
S. 10
Leserforum
Leserbriefe

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Feiger Journalismus

Editorial Fehler 451, c’t 13/2018, S. 3

Ihr Editorial kann ich zu 200 Prozent unterschreiben, auch ich habe eine Hobby-Webseite aus dem Netz genommen, weil ich bei Leuten aus dem Umfeld schon mehrere Abmahnaktionen mitbekommen habe und hier erleben durfte, dass es durchaus nicht sicher ist, dass man als Privatmann ohne kommerzielle Interessen oder Kleinunternehmer bei Bagatellen glimpflich davonkommt.

Leider ist es mit dem heutigen Journalismus immer dasselbe. Er legt den Finger auf die Wunde, bringt die Sache korrekt und geistreich auf den Punkt, zeigt dem Leser, dass da noch jemand ist, der ebenso denkt und fühlt, und dann?

In Ländern, wo es richtig schlimm zugeht, riskieren Journalisten ihr Leben und ihre Freiheit, um etwas zu verändern. In Deutschland schreiben die Journalisten dagegen kluge Artikel wie Ihr Editorial. Wenn es aber darum geht, die Medienmacht zum Beispiel zur Organisation von Protest zu benutzen, denkt jeder Journalist daran, was er eventuell zu verlieren hat, und verhält sich genauso wie derjenige, der sein gemeinnütziges Angebot aus dem Netz nimmt, weil er keine Lust hat, juristische Haue zu bekommen. Wie heißt es so schön: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Schönes Reden oder Schreiben hat noch nie eine Sache nach vorne gebracht.

Frank Nerstheimer B

Alexa vs. Datenschutz

Zwölf smarte Lautsprecher mit Alexa und Google Assistant, c’t 13/2018, S. 104

In c’t und auf heise online wird immer wieder thematisiert, wie man sich vor Überwachung schützen kann. Zum Beispiel ging es kürzlich bei der heise show um das Thema Tracking.

Aber bei den schlimmsten Überwachungsinstrumenten, nämlich den lautsprechenden Assistenten, wird dies nie thematisiert. Schließlich horchen diese bis in den letzten Winkel. Sie überwachen alle Anwesenden, egal ob sie bei den betreibenden Diensten der Assistenten angemeldet sind oder nicht. So werden Besucher, Arbeitskollegen, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Mitreisende (im Auto und Zug), schutzbefohlene Kinder (von der Wiege bis zur Bahre) et cetera überwacht – und zwar ohne dass sie dies mitbekommen oder sich dagegen wehren könnten. Dies gilt auch für Personen, die das Internet überhaupt nicht nutzen und auch nicht verstehen, was hier mit ihnen passiert. So kann jeder anhand seines Stimmmusters überall auf der Welt örtlich getrackt werden sowie alles, was er sagt, analysiert werden. Dies umso mehr, je verbreiteter diese Assistenten werden, was natürlich durch solche Tests von „Alexas Schwestern“ befördert wird.

Ist nicht allein schon das Aufstellen eines Assistenten ein Verstoß gegen den Datenschutz, wenn dadurch hinterhältig jeder in dessen Umgebung getrackt und überwacht wird? Ist c’t/heise vom Wirklichwerden der Star-Trek-Technologie so geblendet, dass hier das schlimmste und immer allgegenwärtig werdende Instument einer Totalüberwachung kritiklos hingenommen und sogar befördert wird?

djxxmanni F

Allein der Glaube

Was den Bitcoin-Kurs beeinflusst, c’t 13/2018, S. 28

Der Bitcoinkurs ist eine sich selbst erfüllende Prophezeihung, sagt c’t-Leser Paul Lenz.

Der Kurs der Kryptowährungen hängt allein vom Glauben der Besitzer ab. Politische und andere Einflüsse ändern nichts am Kurs. Vielmehr werden die Kurse dadurch beeinflusst, dass die Händler darauf reagieren, was sie GLAUBEN, wie die anderen Händler auf die jeweiligen News oder Entwicklungen reagieren könnten. Es handelt sich also um eine sich selbst erfüllende Prophezeihung: Es ist etwas passiert, das wird die anderen Händler dazu bringen, dass sie verkaufen, und dann fällt der Kurs, also muss ich schneller sein und verkaufen, bevor der Kurs fällt. Also verkaufe ich – und trage dadurch selbst zum Kursverfall bei.

Paul Lenz F

Kapselung von Apps

App-Formate sollen Softwareinstallation bei Linux revolutionieren, c’t 13/2018, S. 72

Die App-Entwicklung überzeugt mich noch nicht voll, auch wenn ich ein paar Ansätze interessant finde. Mal sehen, was für die App-Formate noch an Deduplizierungs- und Update-Techniken kommt.

Sinnvoll scheint mir jedoch eine inhärente extra Kapselung von Apps. Insbesondere zum Beispiel für den Browser ist das nochmal ein mögliches Plus an Sicherheit, da sich Browser zu zentralen Schnittstellen, aber gleichzeitig zur eierlegenden Wollmilchsau entwickeln.

M76 F

Haken in Schweden

Anke Domscheit-Berg im Interview, c’t 13/2018, S. 70

Die Netzpolitikerin Anke Domscheit-Berg erzählte in c’t 13/2018 enthusiastisch über das „schwedische Modell“ beim Breitbandausbau.

Ich komme gerade aus meinem schwedischen Ferienhaus am Waldrand und finde dieses Interview. Es bedarf vielleicht einiger beispielhafter Ergänzungen: Dezentral und bottom-up stimmt, allerdings heißt das nicht, dass das Kabel gratis in den Wald kommt und es muss nicht die Gemeinde sein, die das Kabel finanziert. In Schweden sind physischer Kabelbetrieb und Zugangs-Provider wirtschaftlich vollkommen getrennt, und das wäre tatsächlich vorbildlich auch für Deutschland.

Ein Haken ist folgender: Ausländer werden in Schweden in geschäftlichen Dingen teilweise systematisch diskriminiert, wenn sie keine schwedische „Personennummer“ haben (alle Schweden sind von Geburt an durchnummeriert – Überwachungsstaat). So auch bei diesem Versuch meinerseits, einen Vertrag mit my-ip.se abzuschließen: Obwohl der Antrag korrekt ausgefüllt und ahnend per Einschreiben abgeschickt wurde, habe ich von ip-only AB nie wieder etwas gehört bezüglich eines FTTH-Hausanschlusses, denn ich habe keine Personennummer. Bei den schwedischen Nachbarn wurden zwischenzeitlich immerhin schon die Hausanschlüsse gelegt.

Jörg-Ingo Jakob B

IrfanView für Screenshots

Screenshot-Tools für Windows, c’t 13/2018, S. 130

Wer sowieso im Alltag seine Grafikarbeiten mit IrfanView erledigt, dem reicht das IMHO völlig aus. Man muss nur „Bearbeiten/Freistellen“ und seine sonst benutzten Aktionen in IrfanView kennen. Zuvor packt man den Screenshot mit dem im Artikel erwähnten Alt-Druck in die Zwischenablage und fügt ihn ein. Wenn man einen Mauszeiger auf aufgeklapptem Menü braucht, dann ohne Alt-Taste und anschließend den Desktop wegschneiden. Für den schlimmsten Fall hat IrfanView auch noch eine Selbstauslöserfunktion für Screenshots eingebaut.

Ich würde mir jedenfalls deshalb den Rechner nicht mit noch einem dauernd im Hintergrund laufenden Programm zuballern. Das soll jetzt natürlich nicht den Test herabwürdigen. Nur ein Hinweis, dass es für IrfanView-Nutzer in den meisten Anwendungsfällen nicht wirklich nötig ist, ein Spezialprogramm zu installieren.

tobias.x F

Screenshot-Übersicht in Screenpresso

Ich benutze Screenpresso schon seit Jahren und es ist für mich das absolut beste Screenshot-Programm, das ich je benutzt habe. Ich habe mich dann auch gewundert über „die Screenshot-Übersicht lässt sich nur umständlich aufrufen“. Es gibt dazu zwei einfache Wege. Der erste ist ein einmaliger Klick auf das kleine Icon in der Taskleiste, der zweite ist über „Quick Caption Window“ im oberen Bildschirmbereich.

JVLebbink F

Windows kostet Nerven

Über die scheinbar simple Frage, wie viele Ausgaben von Windows 10 es gibt, c’t 13/2018, S. 148

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Es war nicht nur interessant, ich habe mich auch köstlich amüsiert. Hier noch ein kleiner Bonus: Zumindest in der Version 1709 sind Enterprise und Education auch nicht mehr Feature-identisch. Das Feature Defender Application Guard funktioniert nur in der Enterprise-Version, nicht in Education. Ob sich das in 1803 geändert hat, habe ich noch nicht getestet, aber es hat mich jedenfalls jede Menge Nerven gekostet.

HolgerVoges F

Es geht noch einfacher

Falsche Autovervollständigung aus Firefox entfernen c’t 13/2018, S. 166

Das geht auch einfacher. Man darf den Eintrag nicht mit der Maus auswählen, sondern tippt im Formularfeld etwas ein, sodass dieser Eintrag erscheint. Nun muss man ihn mit den Cursor-Tasten auswählen und dann mit der „Entf“-Taste (man darf auch die „Del“-Taste nehmen ;-)) diesen markierten Eintrag löschen.

Dazu muss er noch im Auswahlfeld und noch nicht im Formularfeld stehen.

iMil F

Ergänzungen & Berichtigungen

pf ursprünglich für OpenBSD

Wie die Kernel-Entwickler Linux voranbringen wollen, c’t 13/2018, S. 88

Der Paketfilter pf wurde nicht für FreeBSD, sondern für OpenBSD entwickelt; von da wurde er dann auf andere BSD-Varianten wie FreeBSD portiert.

Quelle der Weltkarte

Ab in den Urlaub: Reisen mit Drohne, c’t 12/2018, S. 138

Der Ländergrafik fehlte die Quellenangabe: Sie stammt von der Seite http://my-road.de. Dort findet sich auch eine interaktive Version mit detaillierten Informationen zu den meisten Ländern.

Einführung in Diskpart

Tipps für Umsteiger auf das April-Update für Windows 10, c’t 12/2018, S. 146

Im Text wurde auf eine Einführung zum Kommandozeilen-Partitionierungsprogramm Diskpart verwiesen, sie fehlt allerdings in der Literaturliste. Den Artikel finden Sie in c’t 03/2018, S. 144.

Kontakte abdecken

WLAN-Steckdose aus dem Baumarkt mit alternativer Firmware „Tasmota“, c’t 11/2018, S. 152

Stellen Sie sicher, dass die Kontakte des angesteckten Sensors nicht von außen berührbar sind. Das interne Netzteil der Steckdose besitzt keinen Sicherheitstransformator. Bei einer Überspannung besteht die Gefahr, dass diese in den Niederspannungskreis durchschlägt. Vielen Dank an Dr. Alexander Steingass für diesen Hinweis.

Wir freuen uns über Post

Ausgewählte Zuschriften drucken wir ab und kürzen sie wenn nötig sinnwahrend.

Antworten sind kursiv gesetzt.

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