c't 15/2018
S. 102
Test
NBase-T-Switches
Aufmacherbild
Bild: Albert Hulm

Turbo für alte LAN-Kabel

NBase-T bringt das Netzwerk auf Zack: fünf Switches im Test

Manche Nutzer werden von den mit Gigabit-Ethernet erzielbaren 110 MByte/s empfindlich ausgebremst: Videoproducer und alle anderen, die riesige Dateien zentral lagern, freuen sich über jede Steigerung. Mit NBase-T, das jetzt erschwinglich wird, gibts im Idealfall eine Verzehnfachung.

NBase-T bringt allen PC-Nutzern einen spürbaren Geschwindigkeitsschub, die ständig mit sehr großen Dateien umgehen, beispielsweise Bildbearbeitern, Fotografen, VM-Admins, Radiologen … Das Beste daran: Der PC braucht nur eine neue Netzwerkkarte, die keine 100 Euro kostet. Einen passenden Switch gibts schon unter 200 Euro. Und da NBase-T mit den alten Cat-5e-Leitungen funktioniert, bleibt einem das aufwendige und teure Verlegen neuer Kabel erspart.

NBase-T – oft auch als Multigigabit-Ethernet bezeichnet – schafft auf Cat-5e-Kabeln bis typischerweise 50 Meter Distanz 10 GBit/s. Bei längeren Strecken fällt es automatisch auf immer noch flotte 5 GBit/s zurück, das Fünffache von Gigabit-Ethernet. Mit langsameren Hosts spricht es auch bei 2,5 GBit/s.

Wir haben einen Querschnitt von NBase-T-Switches für Heimanwender und Firmen versammelt. Das kleinste für den Desktop vorgesehene Modell (Netgear GS810EMX) hat gerade mal zwei NBase-T-Ports, das größte ist mit acht NBase-T-Anschlüssen, Power-over-Ethernet-Einspeisung und Cloud-Management fürs Rechenzentrum vorgesehen (Meraki MS350-24X).

Netgear hat günstige Switches für kleine Netze im Programm, der Spaß geht mit 175 Euro los. Wer mit zwei NBase-T-Ports auskommt, kann statt dem hier stellvertretend getesteten 260 Euro teuren GS810EMX zum funktionsgleichen, aber rund 45 Euro billigeren GS110EMX greifen. Wenn man auf konfigurierbare Funktionen wie VLANs, Link Aggregation (Parallelschaltung von Ethernet-Links zur Steigerung der Summendatenrate) oder Mirroring (Datenspiegelung zwecks Fehleranalyse) verzichten kann, spart die Variante GS110MX weitere 40 Euro.

Das zweite Netgear-Modell MS510TXPP haben wir wegen seiner interessanten Port-Mischung dazugenommen, siehe Produktkasten. Der nächstgrößere XS512EM liegt mit 775 Euro deutlich über diesen Einsteigermodellen, hat aber gleich zwölf NBase-T-Ports bis 10 GBit/s, von denen zwei SFP+-Kombiports sind.

Den QSW-1208-8C von QNAP haben wir aus dem Test herausgenommen, weil Kompatibilitätsprobleme bei bestimmten Leitungslängen auftraten und wir nicht sicher feststellen konnten, ob es sich um einen Individual- oder Serienfehler handelt. Deshalb entschieden wir uns, dem QNAP-Switch in einem späteren Artikel auf den Grund zu gehen.

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Ergänzungen & Berichtigungen

GS810EMX verliert Pakete

Der Netgear GS810EMX zeigte im Test bei 2,5 und 5**GBit/s unabhängig von der Leitungslänge und der verwendeten Netzwerkkarte Paketverluste, sodass der Nettodurchsatz um etwa 20 Prozent unter dem Möglichen lag. Um einen Einzelfall auszuschließen, bezogen wir ein weiteres Exemplar aus dem Versandhandel. Auch dieses zeigte den Verlust.