c't 15/2018
S. 22
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Netze

Günstige PoE-Switches

PoE-Switches für wenig Geld: Netgears GS108LP/PP und GS116LP/PP bieten 8 oder 16 PoE-Ports und sparen sich Managementfunktionen.

Der Netzwerkhersteller Netgear hat zwei günstige Gigabit-Ethernet-Switches mit Power-over-Ethernet nach IEEE 802.3af vorgestellt. Beide Modelle kommen in zwei Varianten: Das 8-Port-Basismodell GS108LP liefert maximal 60 Watt PoE-Gesamtleistung, die kräftigere Variante GS108PP bietet das Doppelte. Bei den 16-Port-Geräten fällt die Steigerung überproportional aus: 76 W beim GS116LP und 183 W beim GS116PP.

Die Switches liefern Energie auf allen Ports, die Kennungen LP und PP zeigen nur an, welches externe Netzteil mitgeliefert wird. Bei Bedarf kann man das PoE-Budget nämlich mit einem nachgekauften Netzteil steigern, dann sogar mit den Zwischenstufen 83 Watt beim 8-Port-Gerät und 115 Watt bei der 16-Port-Variante.

Die Switches haben keinerlei konfigurierbare Optionen oder Verwaltungsfunktionen (unmanaged). Netgear wendet sich damit an kleine Büros oder Heimnutzer, die beispielsweise Access Points und IP-Telefone übers LAN-Kabel mit Daten und Strom versorgen möchten. Die 8-Port-Switches GS108LP/PP sind ab sofort für 100 beziehungsweise 130 Euro erhältlich, die 16-Port-Varianten GS116LP/PP kommen auf 180 beziehungsweise 220 Euro. (amo@ct.de)

WPA3 für mehr WLAN-Sicherheit rollt an

Ende Juni hat die Herstellervereinigung Wi-Fi Alliance (WFA) ihre Spezifikation WPA3 für WLAN-Sicherheit veröffentlicht (siehe auch c’t 12/2018 S. 31). Als einzige verpflichtende Verbesserungen sind Simultaneous Authentication of Equals (SAE, auch DragonFly genannt) und Protected Management Frames (PMF) übriggeblieben.

SAE ist die neue Grundlage für sicheres Aushandeln der Sitzungsschlüssel zwischen WLAN-Basis und Client. PMF stellt sicher, dass Angreifer Clients nicht mehr mit gefälschten Steuerungspaketen von ihrer Basis trennen und dann auf einen WLAN-Honeypot locken können.

Opportunistic Wireless Encryption (OWE), mit dem Hotspots verschlüsselte Funkverbindungen ohne Passworteingabe anbieten können, ist entgegen ersten Überlegungen optional geworden. Dafür gibt es jetzt die WFA-Testspezifikation Enhanced Open. Auch leichtes Koppeln von Clients ohne Tastatur und Display – etwa simple IoT-Geräte – mit dem Device Provisioning Protocol (DPP) wurde zur Option (Easy Connect).

Die WFA hat sich damit auf die für Smartphone-, Tablet- und Notebook-Nutzer essenzielle Verbesserung der Sicherheit beschränkt: SAE und PMF sollen schnell per Treiber- beziehungsweise Firmware-Update in möglichst viele Produkte einziehen.

Als erster hiesiger WLAN-Hersteller will Lancom Systems WPA3 inklusive der Option Enhanced Open im Lauf des Sommers mit der LCOS-Version 10.20 anbieten. AVM will WPA3 erst mit Updates für das bald erscheinende FritzOS 7 umsetzen (siehe c’t 14/2018, S. 22). Devolo will gegen Ende des Jahres seinen WLAN-Powerline-Adaptern ab der 550-Wifi-Serie WPA3 beibringen. Andere Hersteller dürften zügig folgen. (ea@ct.de)

Firmen-AP für schnelles 11ax-WLAN

Die WLAN-Basis New H3C WA6628 funkt nach dem Standardentwurf für IEEE 802.11ax und soll im September verfügbar werden.

Die Firma New H3C, eine Tochter der Tsinghua Unigroup, hat zusammen mit dem WLAN-Chiphersteller Qualcomm auf dem Mobile World Congress Asia den Access Point WA6628 vorgestellt. Das Gerät gründet auf Qualcomms System-on-Chip IPQ8078 (4 ARM-Kerne, 2,2 GHz Maximaltakt). Der AP funkt nach einem Entwurf für die kommende WLAN-Generation IEEE 802.11ax im 5-GHz-Band mit maximal 8 MIMO-Streams und 80 MHz Kanalbreite. Auf 2,4 GHz sind es bis zu 4 Streams bei 40 MHz. Ferner unterstützt das Gerät MU-MIMO im Uplink (mehrere Clients senden gleichzeitig an den AP) und OFDMA (unterschiedliche Datenraten mit verschiedenen Clients bei MU-MIMO).

Die Summendatenrate auf beiden Funkbändern soll 6 GBit/s brutto erreichen. Folglich ist ein 10-Gigabit-Ethernet-Port an Bord. Das Gerät soll ab September ausgeliefert werden. Von Huaweis AP7060DN, der im September 2017 angekündigt wurde (www.ct.de/-3830036), ist noch nichts in Sicht. (ea@ct.de)

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