c't 16/2018
S. 154
Praxis
X2Go
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Rasende Robbe

Mit X2Go grafische Linux-Anwendungen aus der Ferne nutzen

Manch interessante Software gibt es nur für Linux, zum Beispiel Shotwell zum Bearbeiten und Verwalten von Fotos. Mit X2Go können Sie solche Programme auf einem Linux-Rechner fernsteuern, auch wenn Sie mit einem Windows-PC oder Mac arbeiten. Selbst eine langsame Netzwerkverbindung bügelt X2Go aus.

Grafische Anwendungen über langsame Internet-Leitungen ruckeln und haken am laufenden Band. X2Go schafft hier Abhilfe, denn damit kann man Linux-Programme und sogar ganze Desktops über Leitungen mit hoher Latenz oder geringer Bandbreite flüssig bedienen. Eine besondere Fähigkeit von X2Go ist es, Sitzungen zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt oder an einem anderen Rechner wieder aufzunehmen. Ebenso bietet es sich für Rechner an, die grafische Anwendungen bereitstellen, aber ohne Bildschirm und Eingabegeräte betrieben werden. Gegenüber traditionellem X11-Forwarding per SSH spart man sich das Gefummel auf der Kommandozeile. Das populäre VNC hingegen benötigt erheblich mehr Bandbreite, um flüssig zu arbeiten.

X2Go ist am ehesten mit den aus der Windows-Welt bekannten Remote-Desktop- und Remote-Application-Lösungen aus dem Hause Citrix vergleichbar – nur eben für Linux-Server. Es führt grafische Anwendungen auf einem Server aus und stellt die Ausgabe der Programme auf einem Client-Rechner dar. Während der Server die Schwerarbeit macht, muss der Client nur noch die Oberfläche zeichnen. X2Go bedient sich dabei verschiedener Tricks wie Caching und Komprimierung von Bilddaten, um schmalbandige Verbindungen besser auszunutzen. Zudem leitet es auch Dateien, Drucker und Sound durch.

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