c't 17/2018
S. 152
Praxis
Desinfec't: NAS-Platten retten
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NAS-Auslese

Mit Desinfec’t Daten von NAS-Platten kratzen

In den meisten Netzwerkspeichern steckt ein mehr oder minder umfrisiertes Linux. Streikt die Hardware, sind die Daten deshalb nicht verloren. Ein Live-System wie unser Desinfec’t, das wir dafür ein wenig aufgebrezelt haben, genügt meist, um sie mit überschaubarem Aufwand zu bergen.

Ein NAS stellt im Netzwerk Speicherplatz bereit. Selbst 08/15-NAS-Geräte vom Lebensmitteldiscounter mit Platz für zwei Festplatten bemühen in der Regel die Standardtechniken des Linux-Kernels, um sie zu einer großen zusammenzufassen (RAID0) oder die Daten redundant darauf abzulegen (RAID1). Als Dateisystem kommt oft das gängige ext4 zum Einsatz. Größere Geräte variieren: Sie nutzen andere RAID-Techniken, etwa RAID5 mit mehr als zwei Platten, oder greifen auf Dateisysteme zurück, die selbst auch die Plattenverwaltung übernehmen. So findet sich zunehmend Btrfs auf NAS-Platten. Auf Selbstbau-NAS-Systemen mit FreeNAS ist außerdem ZFS anzutreffen.

Linux, wenn es denn mit passenden Treibern wie unser Desinfec’t ausgestattet ist, stellt das Lesen solcher Festplatten vor keine schwierige Aufgabe – schwieriger ist es, überhaupt herauszufinden, was ein NAS nutzt, und dann schließlich die Daten so auszulesen, dass die Platten möglichst unverändert blieben, worauf dieser Artikel besonderen Wert legt. Die folgenden Hinweise taugen begrenzt auch dann, wenn es zu einer Datenhavarie gekommen ist, die NAS-Hardware also noch lebt, es aber nicht schafft, die gespeicherten Daten bereitzustellen. Falls Sie Daten von Platten kratzen müssen, die an einem (Hardware-)RAID-Controller hingen: Das ist ein anderes Kapitel, auf das wir hier nicht weiter eingehen.

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