c't 21/2018
S. 120
Test
Cloud-Gaming-PC

Fernspielgerät

Blade Shadow: Gaming-PC in der Cloud

Die alte Gurke zur Rakete machen: Mit dem Blade Shadow soll das gehen. Das ist ein Gaming-PC in der Cloud, bei dem man nicht merken soll, dass seine Bildausgabe über Internet gestreamt ist. Das funktioniert erstaunlich gut.

Ein Gaming-PC ist groß, stromhungrig und teuer. Da ist es gar nicht mal so weit hergeholt, das klobige Ding einfach in die Cloud auszulagern und es mit einem billigen Notebook, einem Android-Tablet oder einem alten Büro-PC anzuzapfen. Damit lassen sich dann aktuelle Spiele in voller Grafikpracht spielen, 4K-Videos bearbeiten oder 3D-Modelle bauen. Bislang war Cloud-Computing allerdings nichts für Gaming oder Videobearbeitung, wo es auf verzögerungsfreie Bildausgabe ankommt. Die französische Firma Blade will das ändern und bietet laut eigenen Angaben den ersten High-End-Gaming-PC in der Netzwolke an. Sie wirbt damit, dass man beim Bespielen des Rechners nicht merkt, eigentlich nur vor einem Videostream zu sitzen.

„Shadow“ nennt Blade den Mietrechner in der Cloud. Für 30 Euro im Monat (wenn man sich für ein Jahr bindet, ansonsten kostet es 45 Euro pro Monat) bekommen die Kunden eine 8-Kern-Intel-Xeon-CPU, 12 GByte DDR4-RAM und eine Nvidia Quadro P5000. Laut Blade entspricht die Grafikleistung der einer GTX 1080. Außerdem gibt es 256 GByte SSD-Speicherplatz. Für jeden Benutzer steht eine dedizierte Hardware-Grafikkarte zur Verfügung, lediglich die CPU teilen sich zu Stoßzeiten zwei User. Die Shadow-Rechenzentren stehen in Paris und Amsterdam, deutsche Nutzer werden in der Regel mit den Servern in den Niederlanden verbunden. Alle Steuerbefehle von Maus, Tastatur oder Gamepad gehen erst an den lokalen Rechner, werden zum Cloud-PC in Amsterdam gesendet und dort verarbeitet. Die Ausgabe des Rechners wird dann per Videostream zurück nach Deutschland geschickt.

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