c't 21/2018
S. 94
Test
Tastaturen
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Tastaturen vom Feinsten

15 Keyboards für Vielschreiber und Spieler im Vergleich

Gute Tastaturen erleichtern und präzisieren das Tippen, entlasten die Gelenke – oder sehen einfach schick aus. Wir haben ein gutes Dutzend Tastaturen der oberen Preisklasse verglichen und geprüft, wie sie sich auf ihren jeweiligen Spezialgebieten schlagen: beim Schreiben, beim Spielen und in Sachen Ergonomie.

Die meisten nutzen ihre Tastatur jeden Tag – da greift man vielleicht nicht gerade zur billigsten. Lieber gönnt man sich eine, die richtig gut zu einem passt. Vielschreiber wollen eine robuste Tastatur, die vielleicht nicht zu laut ist, aber trotzdem einen guten Anschlag hat. Im besten Fall ist sie auch besonders ergonomisch und beansprucht Gelenke und Muskulatur möglichst wenig. Gamer wollen Tastenlayouts optimal auf den Lieblings-Shooter abstimmen und eine schicke Tastenbeleuchtung. Doch selbst wenn Sie Ihre Tastatur nur gelegentlich nutzen: Das Upgrade von einer 20-Euro-Tastatur zu einer richtig guten lohnt sich.

Wir haben 15 Modelle unter anderem von Logitech, Microsoft und Cherry getestet, die allesamt ordentlich Potenzial haben, die nächste Lieblingstastatur zu werden. Darunter sind fünf, die sich an Vielschreiber richten, fünf, die besonders ergonomisch sind und fünf für Spieler, die aber dank der großen Auswahl verschiedener Tastenschalter auch für Textarbeiter interessant sind.

Beim Testen achteten wir nicht nur auf Funktionsumfang und Schreibgefühl, sondern hörten auch auf Lautstärke und Klang des Tippens. Die können je nach Vorliebe angenehm oder furchtbar sein. Daher haben wir auf allen in einem schallgeschützten Raum einen Standardtext vor einem Hochleistungsmikrofon getippt. Die Aufnahmen stehen online zum Anhören bereit (siehe ct.de/yptm). Ansonsten verschafften wir uns einen Eindruck von Tastenschaltern und Beleuchtung, Ausstattung und Verarbeitung.

Video: nachgehakt

Unterschiedliche Schalter

Der für das Schreibgefühl wohl entscheidendste Faktor sind die Schalter unter den Tasten (siehe S. 91). Sie haben Einfluss darauf, wie laut oder leise die Eingaben sind und ob man den Auslösepunkt beim Tippen spürt. Je nachdem, wie viel Kraft nötig ist, fühlen sich Eingaben auf den Tasten außerdem hart oder weich an.

Es gibt die klassischen Schalter, die in verschiedenen Ausführungen vor allem von Cherry bekannt und verbreitet sind: Bei linearen Schaltern spürt man nicht den Punkt, an dem die Eingabe erkannt wird, sondern erst dann einen starken Widerstand, wenn die Taste komplett durchgedrückt ist. Bei taktilen Schaltern fühlt man einen Klick beim Auslösen, bei „clicky“ hört man ihn auch.

Bei Notebooks und vielen kompakten Tastaturen sind außerdem Scherenschalter verbreitet: Die fallen besonders flach und leise aus, haben aber auch weniger Hub als die klassischen Schalter – das ist Geschmackssache.

Tastaturen für Vielschreiber

Microsofts Surface verteilt das Tastenfeld ergonomisch gewölbt. Das entspannt die Armhaltung – aber nur, wenn einem der Winkel passt.

Im Testfeld haben wir fünf Tastaturen mit besonderen Funktionen für Vielschreiber und Büroarbeit. Die Logitech Craft ist äußerst leise und hat einen Drehregler, der je nach geöffnetem Programm verschiedene Funktionen übernimmt – besonders praktisch für Grafikanwendungen. Das minimalistische Microsoft Modern Keyboard entsperrt Windows-Systeme mit Fingerabdruck-Scanner. Lenovos kabelloses ThinkPad Compact passt in jede Laptoptasche und der Trackpoint macht zusammen mit passenden Tasten eine Maus überflüssig. Alle drei nutzen flache Scherenschalter und haben angenehm große Tasten. Außerdem lassen sie sich auch kabellos mit dem Rechner verbinden.

Das Cherry MX Board 5.0 ist in der Standardkonfiguration für eine Tastatur mit klassischen Schaltern besonders leise und bietet darüber hinaus verschiedene Cherry-Schalter zur Auswahl. Bei den Standardschaltern muss man sich jedoch an einen schwammigen Druckpunkt gewöhnen. Ein Vorteil: Dank seiner individuell einstellbaren Handballenauflage lässt es sich darauf angenehm tippen.

Das x50Q von Das Keyboard macht per Tasten-Blinken auf Benachrichtigungen aufmerksam: etwa ein blau leuchtendes T bei einer neuen Twitter-Nachricht oder ein blinkendes M bei eingehenden E-Mails. Das ist eine interessante Spielerei, die aber die Installation zusätzlicher Software voraussetzt. Das gilt ohnehin für fast alle Bürobretter, nur Cherry kommt ohne Zusatzprogramm aus.

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