c't 21/2018
S. 68
Hintergrund
AR-Kunst

In Bits statt Bronze

AR-Festival iJacking lockt durch Hannovers Innenstadt

Noch mehr Menschen als sonst stehen mit iPad oder Smartphone vor der Nase in Hannovers Innenstadt herum. Auf den Displays betrachten sie Sehenswürdigkeiten wie den wilhelminischen Prachtbau des Neuen Rathauses. Aber wie kommt Mao Tse-tungs aufgebahrter Leichnam in den Vordergrund?

Beim Kunstfestival iJacking entdecken Besucher animierte Augmented-Reality-Kompositionen (AR) im Browser – und zwar jeweils vor dem Hintergrund eines Treffpunkts in der Innenstadt. Künstler aus Asien, Australien, Nordamerika und Europa haben sich 15 Orte angesehen und dazu passende Werke entworfen. Will Pappenheimer aus den USA lässt beispielsweise die Fische fliegen und nennt das Werk zweideutig „Ascension of Cod“, die Chinesen Lilly & Honglei zaubern den toten Diktator auf den Rathausvorplatz.

Das Augmented Reality-Festival iJacking lässt Hannoveraner ihre Stadt neu entdecken: Mal fliegen Fische über die Kröpcke-Uhr, mal steht man dem aufgebahrten Mao Tse-tung gegenüber.

Auf die Werke weisen QR-Codes in roten Sternen hin, die an den Hollywood Walk of Fame erinnern. Meist sind sie in Fußgängerzonen auf dem Asphalt angebracht. An der Marktkirche jedoch muss man einige Sekunden auf der Verkehrsinsel überleben, um nach dem Scannen in den Genuss eines schwebenden Kreuzes zu kommen. Darin sieht man eine Aktaufnahme des verantwortlichen Künstlers Ingo Lie aus Hannover.

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