c't 22/2018
S. 108
Hintergrund
UEFI-BIOS
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UEFI-BIOS im Griff

Die Hakeleien des BIOS-Nachfolgers ausbügeln

Aktuelle PCs und Notebooks mit Prozessoren von AMD, Intel und Qualcomm haben ein UEFI-BIOS. Im Vergleich zum klassischen BIOS hat sich unter der Haube vieles geändert. An manchen Stellen hakt es noch, aber das lässt sich meistens beheben.

Die meisten Besitzer von PCs und Notebooks verwenden einfach das vorinstallierte Betriebssystem und interessieren sich wenig für den Firmware-Unterbau. Das ändert sich aber, sobald Reparaturen, Umrüstungen oder Änderungen am Betriebssystem anstehen. Wer Windows neu aufspielt, Linux parallel installiert oder eine alte Festplatte in einen modernen PC verpflanzt, lernt die Eigenheiten des Basic Input/Output System (BIOS) kennen – und das ist heutzutage fast immer ein UEFI-BIOS.

Vor rund zehn Jahren begann die PC-Branche mit dem Umstieg auf BIOS-Versionen nach der Spezifikation des Unified Extensible Firmware Interface (UEFI). Damit kamen erhebliche Veränderungen, von denen vor allem zwei für Probleme sorgen. Erstens booten Windows und Linux im UEFI-Modus völlig anders als im klassischen BIOS-Modus. Zweitens ist die Festplatte oder SSD mit der Systempartition bei einem modernen Computer mit vorinstalliertem Windows 10 auch anders partitioniert, als das früher üblich war, siehe c’t 5/2018 [1]. Zusammen mit sehr flexiblen und dadurch verwirrenden Konfigurationsmöglichkeiten sowie mit einigen ärgerlichen Unzulänglichkeiten typischer UEFI-BIOSse entsteht eine Mischung, die Probleme heraufbeschwört. Die meisten lassen sich aber lösen.

UEFI-Hakeleien

Wer einen aktuellen PC oder ein Notebook mit vorinstalliertem Windows 10 kauft, bekommt ein reines UEFI-System: Firmware und Betriebssystem starten im UEFI-Modus. Damit man aber auch noch ältere Betriebssysteme installieren kann, die nicht UEFI-tauglich sind, können die meisten aktuellen Rechner alternativ in einem BIOS-kompatiblen Modus booten. Dazu bringen sie eine per BIOS-Setup aktivierbare Software mit, das Compatibility Support Module (CSM): Es gaukelt dem Betriebssystem ein altes BIOS vor. Auch Windows 10 kann statt im UEFI-Modus auch im BIOS-Modus starten. Das kommt beispielsweise dann vor, wenn man eine alte Windows-7-Installation per Upgrade auf Windows 10 bringt.

Aber wozu ist der UEFI-Modus also überhaupt gut? Die kurze Antwort lautet: Vor allem hat sich UEFI durchgesetzt, weil Microsoft und Intel das wollten. Mit der Einführung von Windows 8 verlangte Microsoft für PCs mit Windows-Logo und vorinstalliertem Windows 8 den Start im UEFI-Modus – und die PC-Hersteller zogen mit.

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