c't 23/2018
S. 68
Hintergrund
Datenverarbeitung bei Alexa & Co.
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Großer Lauschangriff?

Was Alexa & Co. aufzeichnen und wie diese Daten verarbeitet werden

Mit der steigenden Verbreitung von Sprachassistenten rücken auch verstärkt Datenschutzfragen rund um die Systeme ins öffentliche Interesse. Immer wieder machen dabei allerdings auch falsche Darstellungen über die Funktionsweise von Sprachassistenten die Runde.

Zweifellos horchen die vernetzten Lautsprecher von Amazon, Apple und Google ständig mit Fernfeld-Mikrofonen bis in die letzten Ecken von Wohnräumen – und damit in die Privatspähre des Nutzers. Laut Angaben der Anbieter zeichnen sie aber nichts auf und geben keine Daten weiter, solange sie nicht ihr Aktivierungswort hören – also beispielsweise „Alexa“, „Okay Google“ oder „Hey Siri“.

Es kommt aber vor, dass Alexa mal fälschlicherweise glaubt, das Aktivierungswort gehört zu haben und Gesprächsfetzen aufnimmt. Das geschieht üblicherweise aber nicht unbemerkt, da die Assistentin auf den vermeintlichen Befehl gewöhnlich (mit einer Fehlermeldung) antwortet. Lebt in der Wohnung eine Alexandra oder ein Alexander, ist es natürlich schlau, das Aktivierungswort zu ändern, was über die App möglich ist.

Tatsächlich hat die c’t bis heute keine Hinweise darauf, dass sie absichtlich Sätze aufnimmt, ohne dass zuvor das Aktivierungswort gesagt wurde; ein verdächtiger Datentransfer war nicht festzustellen. Auch in der Laudatio zum an Alexa im Frühjahr verliehenen Big Brother Award wurde Derartiges nicht behauptet.

Jedoch hieß es dort, Alexa zeichne nach der Erkennung des Aktivierungswortes „die nachfolgenden Sätze auf und sendet diese zur Analyse zu den Rechnern in der Amazon-Cloud.“ Das ist so nicht korrekt: Alexa erfasst lediglich den nachfolgenden Satz – und diesen auch nur bis zu einer bestimmten Länge. Bei unseren Tests war gewöhnlich nach rund acht Sekunden Schluss. Geht der Satz darüber hinaus, versucht das System erst gar keine Analyse, selbst wenn am Anfang eigentlich ein verwertbarer Befehl stand.

Die neuen Echos sollen nach einem Update in der Lage sein, dem Nutzer bei dessen Abwesenheit über die Alexa-App auf dem Smartphone zu melden, wenn daheim eine Scheibe eingeschlagen wird oder der Rauchmelder losjault. Auch die Erkennung dieser Geräusche wird laut Amazon allerdings komplett lokal auf dem Echo-Lautsprecher laufen.

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