c't 24/2018
S. 35
News
Linux

Linus Torvalds zurück am Ruder

Linus Torvalds und seine Mitstreiter wollen den Verhaltenskodex fürs Erste nicht wieder verändern.

Der Linux-Vater Linus Torvalds leitet wieder die Entwicklung des Kernels. Seine Mitte September verkündete Auszeit dauerte damit fünf Wochen und endete mit der Freigabe von Linux 4.19. Direkt nach seiner Rückkehr hat Torvalds begonnen, das Gros der Änderungen für die nachfolgende Version zu integrieren. Hierbei lief nahezu alles wie gewohnt. Torvalds hielt dabei nicht mit Kritik hinterm Berg, schlägt in seinen Mails aber einen freundlicheren Ton an.

Am Verhaltenskodex, den Torvalds direkt vor seiner Auszeit eingeführt hat, gab es zur Rückkehr nochmal einige Detailkorrekturen. Darunter war auch ein Dokument zur Auslegung des „Code of Conduct“. Torvalds und einige der wichtigsten Mitstreiter wollen die Verhaltensregeln für Entwickler jetzt erst mal unverändert lassen. Sollten aber praktische Probleme auftauchen, wollen sie durchaus noch mal ran. (thl@ct.de)

Red Hat Enterprise Linux 7.6 mit Docker-Alternative

Bei der sechsten Überarbeitung von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7 stößt das Container-Werkzeug „Podman“ zur Linux-Distribution. Dieser „Pod Manager“ erledigt alles, was man normalerweise mit Docker macht; das Kommandozeilenwerkzeug versteht sogar dieselben Aufrufparameter. Es soll sich zudem besser ins System integrieren, ressourcenschonender arbeiten und weniger Angriffsfläche bieten. Durch solche Vorteile will Suse das Werkzeug beim Kubic-Projekt aufgreifen.

Der Red-Hat-Support deckt nun auch den Einsatz der Firewall-Technik Nftables ab. Diese via nft konfigurierbare Lösung wurde als designierter Nachfolger von Iptables entwickelt und kommt bei Fedora 29 (siehe S. 66) standardmäßig zum Einsatz. Das auch als „RHEL Web Console“ bezeichnete System-Management-Tool Cockpit beherrscht nun auch die Firewall-Konfiguration. Samba springt von Version 4.7.1 auf 4.8.3. Aktualisiert wurde auch Flatpak, mit dem sich Linux-Programme distributionsübergreifend packen und vertreiben lassen.

Noch nicht vom Support abgedeckt ist die BPF oder enhanced Berkeley Packet Filter (eBPF) genannte Kernel-Funktion, auf der eine Reihe neuer Netzwerk-, Sicherheits- und Tracing-Techniken aufbauen. Auf diese Infrastruktur kann etwa das Performance-Analyse- und Debbuging-Tool Systemtap zurückgreifen, das jetzt in Version 3.3 beiliegt.

RHEL 7 ist mittlerweile viereinhalb Jahre alt und enthält daher einige sehr alte Komponenten. Bereits kurz vor der Ankündigung der Übernahme durch IBM (siehe S. 18) mehrten sich aber die Indizien, dass endlich bald eine Beta von RHEL 8 erscheint. (thl@ct.de)

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