c't 24/2018
S. 58
Kurztest
IP-Kamera

Adlerauge fürs LAN

Inkovideos IP-Kamera V-110-8MW liefert Bilder mit 8 Megapixeln, eine für Überwachungskameras ungewöhnlich hohe Auflösung. Davon profitieren detailhungrige Anwendungen wie KI-Bildanalyse.

Aufmacherbild

Gute IP-Kameras gibt es bereits für 100 Euro (siehe c’t 22/2018, S. 96). Darf es etwas teurer sein, erhält man für 290 Euro die Inkovideo V-110-8MW. Sie liefert satte 3840 × 2160 Pixel.

Neben der Kamera liegen eine deutsche Bedienungsanleitung, Montageschrauben, Dichtungskappen für die Netzwerkschnittstelle sowie eine Bohrschablone im Paket. Die Kamera versteht Power-over-Ethernet und lässt sich so leicht verkabeln; ein Netzteil ist nicht enthalten. Optional versorgt man sie per Hohlstecker direkt mit Strom.

Das Webinterface und damit alle Einstellungen erreicht man mit gängigen Browsern. Wer auch das Videobild im Browser sehen und integrierte Bildanalysefunktionen wie die Bewegungserkennung nutzen möchte, benötigt das Windows-Plug-in des Herstellers. Betriebssystemunabhängig öffnet man den Videostream per RTSP. H.264-kodiert belegt dieser 7 GByte pro Stunde, bei H.265 sind es noch 3,6 GByte.

Die Kamera punktet insbesondere durch umfangreiche Bildeinstellungen, die man in zwei Profilen für Tag und Nacht festhalten kann. Der 8-Megapixel-Sensor liefert ein scharfes farbechtes Bild, dessen Details sich deutlich von der 4-MP-Konkurrenz abheben. Im Tageslicht-Test konnten wir Kfz-Kennzeichen aus 30 Metern Entfernung problemlos entziffern (direkte Draufsicht). Damit das bei Dunkelheit klappt, muss man etwas mit den Einstellungen experimentieren. Hier war nach etwas über 25 Metern Schluss, da nicht mehr ausreichend Licht der Infrarot-LEDs reflektiert wurde.

Wer nur die Haustür überwachen will, schießt mit der V-110-8MW übers Ziel hinaus. Zur Überwachung großer Areale oder für die Bilderkennung mittels KI ist die Kamera jedoch deutlich besser geeignet als 2- oder 4-Megapixel-Kameras. (amo@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Inkovideo V-110-8MW

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